Speziell für freiwillige Mitglieder

Diese Bonusprogramme der AOKs laufen offiziell unter der Bezeichnung „Erprobungsregelung“. Das ist ein Trick, um auch Pflichtversicherten einen Tarif mit Eigenbeteiligung anbieten zu können. Die Selbstbehalttarife sind vom Gesetz her nur für freiwillig Versicherte erlaubt. Auf diese Weise versuchen die Krankenkassen die oft besser verdienenden, freiwillig Versicherten im gesetzlichen Gesundheitssystem zu halten. Diese sollen nämlich nicht in die private Krankenversicherung abwandern.

Die Selbstbehalttarife sind eine Neuerung der Gesundheitsreform. Bis zu einer bestimmten Höhe tragen die Versicherten die Behandlungskosten selbst. Vorsorgeuntersuchungen und Leistungen für mitversicherte Kinder unter 18 Jahren sind ausgenommen. Im Gegenzug bekommen sie eine Beitragsermäßigung von ca. 75 % bis 85 % des Selbstbehalts. Dann trägt das Mitglied z. B. anfallende Behandlungskosten bis zu 250 € / Jahr selbst und zahlt dafür im Jahr 200 € weniger Beitrag.

Doch selbst gesunde Menschen sollten diesen Tarif nicht wählen, denn solche Selbstbeteiligungstarife sind immer an das Kostenerstattungsverfahren gekoppelt – abgesehen von den AOK-Programmen. Der Beitragszahler tritt dabei als Privatpatient auf, bekommt von seinem Arzt eine Privatrechnung und reicht diese bei der Krankenkasse ein. Allerdings wird dem Kassenmitglied nicht der volle Rechnungsbetrag ersetzt.

Die Krankenkasse erstattet die Arztrechnung nur bis zur Höhe des Kassensatzes. Die Ärzte können bei Privatrechnungen aber mehr Geld verlangen und machen das oft auch. Der restliche Betrag bleibt dann am Patienten hängen. Die gesetzliche Zuzahlung und die Verwaltungskosten werden außerdem noch einmal von der Kasse abgezogen.

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