Nur Teilkasko für die Schwächsten

Die erste umfassende Reform der Pflegeversicherung seit deren Einführung 1995 tritt am 1. Juli in Kraft. Der Bundesrat billigte das vom Bundestag beschlossene Gesetz der großen Koalition. Da die gesetzliche Pflegeversicherung als Teilkaskoversicherung angelegt war, reichen ihre Leistungen auch nach der Reform nicht aus, um im Ernstfall alle Kosten der Betroffenen zu tragen. Gegen das finanzielle Pflegeloch hilft eine private Pflegeversicherung.

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Die aktuelle Reform löst längst nicht alle Probleme
Sie war gerade einmal 13 Jahre alt – und doch erhielt die gesetzliche Pflegeversicherung eine Verjüngungskur. Pünktlich zum 1. Juli wird das neue Gesetz in Kraft treten. Einen Rundumschutz für den Ernstfall dürfen die Bürger aber auch in Zukunft nicht erwarten. Der Bundesrat billigte das vom Bundestag beschlossene Gesetz der großen Koalition, obwohl Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) zugab, "dass es nicht gelungen ist, sich auf eine langfristige Finanzierung zu einigen". Lediglich bis 2014 reichen laut Ministerium jene 2,5 Mrd. Euro Mehreinnahmen, die die Beitragserhöhung um 0,25 Prozentpunkte zum 1. Juli in die Kasse spülen soll. Jeder Versicherte muss dann 1,95 Prozent seines Einkommens in die Pflegeversicherung einzahlen, Kinderlose 2,2 Prozent.

Horrorvision Heim
Längst überfällig war für Experten die Novelle. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes wächst die Gruppe der Pflegebedürftigen im kommenden Jahrzehnt von derzeit 2,1 auf mehr als 2,8 Millionen. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) geht davon aus, dass im Jahr 2020 rund eine Million Plätze in Pflegeheimen benötigt werden – fast doppelt so viele wie heute verfügbar sind.

Wandelt sich die Stimmungslage nicht grundlegend, werden sich die zukünftigen Senioren nur höchst ungern in fremde Obhut begeben. Noch immer hat die Altenpflege einen katastrophalen Ruf. Umfragen belegen: Nur 23 Prozent der Deutschen glauben, dass Pflegebedürftige in Heimen respektvoll behandelt werden. Gerade einmal 13 Prozent würden sich im Falle einer Pflegebedürftigkeit für die stationäre Pflege entscheiden.

Scheinbar hat die Politik auf diese Zahlen reagiert. Die aktuelle Pflegereform jedenfalls protegiert eindeutig die Versorgung zu Hause. Nach dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ will sie in Zukunft mehr Alternativen zum Pflegeheim schaffen. Geplant sind wohnortnahe Pflegestützpunkte, eine Art Pflege-Berater und eine Förderung betreuter Wohnformen, in denen Pflegebedürftige gemeinsam und damit kostengünstiger pflegerische Unterstützung einkaufen können. Da Ulla Schmidt außerdem mehr Geld für Pflegeleistungen aufwenden will, verkaufen Regierungsvertreter die Reform schon als einen Quantensprung in der sozialen Pflegeversicherung.

Gedämpfter Optimismus
Experten mahnen dagegen zu Vorsicht. Da die gesetzliche Pflegeversicherung als Teilkaskoversicherung angelegt war, reichen ihre Leistungen auch nach der Reform nicht aus, um im Ernstfall alle Kosten der Betroffenen zu tragen. Die gesellschaftlichen Veränderungen, besonders die immer älter werdende Bevölkerung, dürften auch dazu beitragen, dass sich dieses Problem in Zukunft weiter verschärft. „Die Schere zwischen dem eigenem Rentenanspruch und Kosten für eventuelle Pflegeleistungen wird zukünftig vermutlich noch größer werden“, prognostiziert Verbraucherschützerin Matusch.

Was Pflege wirklich kostet
Augenblicklich liegen die Preise für einen Platz im Pflegeheim zwischen 2500 und 3500 Euro monatlich – wer auf besonderen Luxus Wert legt, muss sogar noch deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Differenz zwischen dem Beitrag der Pflegekasse und den Gesamtausgaben zahlen die Betroffenen aus ihrem Vermögen und ihrer Rente. „Wenn das nicht reicht, müssen im Zweifel die unterhaltspflichtigen Angehörigen etwas zuschießen“, erklärt Verbraucherschützerin Matusch.

Keine schöne Aussicht. Doch die Versorgungslücke schließt eine private Pflegezusatzpolice – oder verkleinert sie zumindest. Auch erkennt der Fiskus bei allen ab 1958 Geborenen für solche Verträge in der Steuererklärung einen Beitrag von bis zu 184 Euro pro Jahr als Sonderausgaben an.

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