Verwaltungskosten von Lebensversicherern auf dem Prüfstand

Es gibt verschiedene Erfolgskennzahlen von Lebensversicherern, nicht nur die Beitragseinnahme. Dr. Marc Surminski, Chefredakteur der Zeitschrift für Versicherungswesen, hat sich mit weiteren beschäftigt. „Bei den Verwaltungskosten setzt sich der Trend der letzten Jahre zu niedrigeren Werten fort”, schreibt Surminski. Der Marktdurchschnitt sei 2006 von 3,17 Prozent auf 3,04 Prozent degeneriert. Noch 1990 habe der Verwaltungs-Kostensatz im Durchschnitt bei 5,4 Prozent gelegen.

Weniger als 1 Prozent

Am günstigsten produziert die Neue Leben Versicherungsschutz. Nicht einmal ein Hundertstel der Beitragseinnahmen werden für die Verwaltung aufgewendet. Auch eine Reihe anderer Versicherer nähert sich diesem Ergebnis an, so beispielsweise die Hannoversche mit 1,3 Prozent. Das erstaunliche ist es sind keineswegs nur Direktversicherer, die mit günstigen Kostenquoten aufwarten können. Ganz weit vorne liegt beispielsweise die Debeka, die auch nur 1,5 Prozent für die Verwaltung benötigt. Nur unwesentlich mehr sind es bei DEVK AG.

Teure Versicherer

Nicht alle Lebensversicherer schaffen es, mit ebenso niedrigen Verwaltungskosten auszukommen. 4,4 Prozent der Beitragseinnahmen investiert beispielsweise die Delta Lloyd, 4,3 Prozent die BHW Leben. 4,2 Prozent sind es bei der Nürnberger. Auch die DBV-Winterthur benötigt 4,0 Prozent. Am teuersten aber ist die Heidelberger Leben, ehemals MLP Leben: 11,7 Prozent beträgt die Quote, allerdings ist diese mit den Wettbewerbern nicht direkt vergleichbar, weil sie offenkundig stattliche Folgeprovisionen enthält.

Erfolgsrezepte

Wie Lebensversicherer erfolgreich werden, dafür gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Rezepte, schreibt Surminski auch unter Bezug auf weitere Kennzahlen. Vor allem Vertriebsstärke spielt eine Rolle, wenn auch auf verschiedenen Gebieten: im Bankenvertrieb wie bei der R+V, in der Ausschließlichkeit wie bei der AachenMünchener und der Debeka oder beim Maklervertrieb wie Canada Life und Volkswohl Bund. Besonders erfolgreiche bzw. regionale Größe zeigte sich in 2006 die Sparkassen-Versicherung Sachsen. Kein Erfolgsfaktor hingegen scheinen Fusionen zu sein, vor allem wenn in etwa gleichgroße Personenversicherer zusammengehen, zeigt die Langzeitanalyse, dass fast immer Marktanteile verloren gehen. „Wenn eins und eins weniger als zwei ist, sollte man auf die Addition einfach verzichten”, resümieren die Autoren.