Das Risiko Invalidität wird unterschätzt

Das Risiko von Invalidität und die Notwendigkeit die eigene Arbeitskraft dagegen abzusichern, wird von vielen Deutschen erkannt. Jedoch mangelt es immer noch an der Umsetzung. Die meisten Angestellten wie auch Selbständigen drohen bei Berufsunfähigkeit unter die Räder zu kommen, weil das Geld nicht ausreicht. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hilft, den gewohnten Lebensstandard halbwegs halten zu können. Und diese ist gerade in jungen Jahren zu moderaten Preisen erhältlich.

Die Notwendigkeit der Absicherung der Arbeitskraft gegen Invalidität wird von vielen Deutschen erkannt. Doch geht es darum, dieser Erkenntnis Taten folgen zu lassen, sieht es immer noch recht düster aus. Die meisten Angestellten wie auch Selbständigen drohen bei Invalidität unter die Räder zu kommen, da das Geld für den gewohnten Lebensstandard bei weitem nicht ausreicht. Weshalb die finanziellen Folgen der Invalidität mit Hilfe privater Policen nicht bekämpft werden, dafür gibt es zahlreiche Gründe. Auf der einen Seite wird an dieses mögliche Risiko nicht gern gedacht, und auf der anderen Seite ist vielen, insbesondere Menschen, die zwischen 30 und 40 Jahre alt sind, der finanzielle Aufwand schlicht zu hoch.

Obschon in späteren Jahren die Einsicht steigt, dass es sinnvoll ist, sich gegen Invalidität abzusichern, müssen über 40-Jährige bereits derart hohe Prämien bezahlen, dass die Vorsorge wirklich zur Belastung wird. Nach dem 50. Geburtstag hat sich die Sache in vielen Fällen ohnehin von selbst erledigt, weil gar keine Absicherung mehr zu bekommen ist. Daher gehört die Vorsorge gegen die Invalidität für alle Berufseinsteiger zum Pflichtprogramm, weil nur in dieser Zeit hoher Schutz zu moderaten Preisen erhältlich ist. Die Möglichkeiten werden in folgendem Beispiel deutlich.

Für den Angestellten sind drei Wege möglich
Ein lediger Diplomingenieur ist 30 Jahre und verdient brutto 4000 Euro pro Monat. Davon bleiben nach Abzug aller Sozialabgaben und Steuern rund 55 Prozent übrig. 66 Euro fließen in die Arbeitslosenversicherung, 282 Euro gehen an die Krankenkasse, 40 Euro kostet die Pflegeversicherung, und 398 Euro sind in die Rentenversicherung einzuzahlen. Die Lohnsteuer beträgt 894 Euro, die Solidarität mit dem Osten fordert 49 Euro, und die Kirche will 71 Euro, so dass dem Akademiker noch 2200 Euro in der Tasche bleiben. Davon können bei den privaten Gesellschaften etwa 90 Prozent oder 2000 Euro versichert werden. Möglich sind für den Angestellten drei Wege. Diese Wege sind die Unfallversicherung, die Basisrente mit Zusatz sowie die Berufsunfähigkeitsrente.

Die nicht gerade günstigste Lösung im Falle der Berufsunfähigkeit ist die private Unfallversicherung. Obschon die Prämien niedrig sind, ist die Wahrscheinlichkeit, durch einen Unfall berufsunfähig zu werden, noch viel niedriger. Bei günstigen Gesellschaften kostet eine lebenslange Unfallrente von 2000 Euro pro Monat für einen 30 Jahre jungen Mann nur 11 Euro. In der Regel zwingen jedoch Krankheiten, allen voran Depressionen, zur Aufgabe des Berufes, und in solchen Lebenslagen bezahlen die Unternehmen nichts.

Problematisch ist die Höhe der Prämie
Kritisch sind auch Basisrenten mit Zusatzrenten bei Berufsunfähigkeit. Einerseits soll die Arbeitskraft abgesichert werden, und andererseits soll fürs Alter vorgesorgt werden. Zwar können die Aufwendungen, auch die Prämien der Zusatzversicherung, steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden, so dass die Abgaben sinken. Allerdings will die Sache aus drei Gründen gut überlegt sein. Erstens sind die Prämien hoch, zweitens steht das Sparkapital für andere Zwecke nicht zur Verfügung, und drittens werden die Invalidenbezüge der Basisrente hoch besteuert.

Bei einem Nettoeinkommen von 2200 Euro sind 350 Euro Prämie, das sind rund 15 Prozent des verfügbaren Einkommens, für die meisten Junioren mit Sicherheit viel zu viel. Noch problematischer ist aber der Zwang, das Geld für das Alter zu sparen. Denn das Kapital steht erst im Ruhestand in Form lebenslanger Bezüge wieder zur Verfügung und bis dahin sind mit hoher Wahrscheinlichkeit große Investitionen wie Autos und Eigenheime zu finanzieren, so dass Kredite aufgenommen werden müssen.

Es gilt: Trennung von Versicherungen und Geldanlagen
Die frühzeitige Anlage von Sparraten zu 4 Prozent ist lobenswert. Doch die spätere Aufnahme von Geld zu 7 oder 8 Prozent ist zweifelhaft, da es in diesem Fall besser ist, so viel Eigenkapital wie möglich auf der Hand zu haben, um die Kreditaufnahme zu minimieren. In der Folge sollten Privatschulden, deren Zinsen steuerlich nicht als Werbungskosten absetzbar sind, so schnell wie möglich wieder getilgt werden. Wer in dieser Zeit parallel Sparverträge fürs Alter bedienen muss, gerät in vielen Fällen aber an finanzielle Grenzen, so dass die Rückzahlung der Schulden in die Länge gestreckt werden muss.

Bei diesen Aussichten ist und bleibt die Trennung von Versicherungen und Geldanlagen die beste Lösung. Das Risiko wird in eine Berufsunfähigkeitspolice gesteckt, und das Geld wird in einen mittelfristigen Sparplan angelegt, so dass das Kapital in einigen Jahren wieder zur Verfügung steht. Der Bezug der monatlichen Rente von 2000 Euro bei Berufsunfähigkeit - dabei darf es keine Rolle spielen, ob der Verlust des Einkommens durch Krankheit oder Unfall verursacht wird - kostet gibt es schon ab monatlich 45 Euro. Das ist kaum der Rede wert, so dass die Absicherung jedem Menschen zur Auflage gemacht werden sollte, um die Staatskasse zu schonen.

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