Der Anteil vom Einkommen, den die Deutschen für Steuern und Sozialabgaben zahlen mussten, war zwischen 2001 und 2005 gesunken. Doch dem Bund der Steuerzahler zufolge dreht sich dieser Trend nun wieder um. Der Bürger wird von Fiskus und Sozialversicherungen wieder stärker zur Kasse gebeten.
Die Einkommensbelastungsquote ist insgesamt im vergangenen Jahr um 0,6 Prozentpunkte auf 52 Prozent gestiegen, so der Präsident des Bundes der Steuerzahler Deutschlands (BdSt). Das liegt nach Ansicht des Bundes der Steuerzahler nur zum Teil an der verbesserten Konjunkturlage, die sich 2006 eingestellt hat. Auch wegen der progressiven Steuer- und Abgabenbelastung steigt der Anteil am Einkommen der Bürger, den sich der Fiskus einverleibt.
Der BdSt wirft der Großen Koalition vor allem vor, eine Trendwende hin zu wieder steigenden Einkommensbelastungen durch Steuern und Abgaben veranlasst zu haben. Es zeichne sich ein Anstieg in Richtung 53 Prozent im laufenden Jahr ab, vielleicht sogar mehr. "Sollte die Bundesregierung ihren Kurs fortsetzen, ist abzusehen, dass die Einkommensbelastungsquote auch in den folgenden Jahren ansteigen wird. Dies ist der absolut falsche Weg", warnte Däke.
Zusätzlich drohen die Pläne für eine Gesundheitsreform, die den Weg für die stärkere Steuerfinanzierung des Gesundheitssystems signalisierten, die Belastung noch zusätzlich zu erhöhen.
Die Erweiterung des Produktkataloges, für den der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent gilt, fordert Däke, um die Belastung durch die auf 19 Prozent erhöhte Mehrwertsteuer zu entschärfen. Verschreibungspflichtige Medikamente, Strom, Brillen und Kontaktlinsen sowie die Abfallbeseitigung etwa sollen neu aufgenommen werden.
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