Nachgerechnet: Die besten Rentenversicherer im Vergleich
Die private Rentenversicherung ist im Kommen. Doch ob sich das Produkt für den Verbraucher rechnet, ist von einigen Faktoren abhängig. Daher sollte man sich vorher gut informieren und vergleichen. Experten des Branchendienstes Map-Report haben Anbieter analysiert und sind zu einem Ergebnis gekommen, das Mut macht: Eine private Rentenversicherung lohnt sich!
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Die private Rentenversicherung entwickelt sich zum Kassenschlager. Dass Verbraucher die lebenslange Rente der einmaligen Kapitalauszahlung merklich vorziehen, hat einerseits mit der seit ein paar Jahren steuerrechtlich schlechter gestellten Kapitallebensversicherung zu tun. Andererseits hat der Gesetzgeber die staatliche Förderung beispielsweise bei der Riester- oder Rürup-Rente eben an die Verrentung des Sparguthabens geknüpft.
Bekanntermaßen ist der Branchendienst Map-Report nicht gerade ein Liebhaber der privaten Rentenversicherung, schon gar nicht von ihrer immer stärker in den Vordergrund tretenden fondsgebundenen Variante. Und zwar, weil die steigende Lebenserwartung der Menschen die Anbieter zwingt, in immer kürzeren Abständen Produkte und Tarife neu zu kalkulieren - was in der Regel zulasten der Verzinsung laufender und künftiger Renten geht.
Darum bleibe die private Rentenversicherung ein "riskantes Produkt", wiederholt Map-Report-Chef Manfred Poweleit seine frühere Kritik. Aber trotz aller Einwände bringt die Studie dennoch Licht in das Dickicht der privaten Rentenversicherung. Und in Anbetracht nicht enden wollender Negativschlagzeilen über gesetzliche Rente und private Altersvorsorge könnten ihre Ergebnisse gerade jenen Mut machen, die kapitulierend ihr Geld lieber "auf Malle verprassen", wie Poweleit hofft.
Der Lichtblick
Die gute Nachricht lautet: Wer seinem Versicherer im Jahr 1990 zur Verrentung 50.000 Euro anvertraut hat, würde bis Jahresende im Marktschnitt Rentenzahlungen von gesamt ca. 91.000 Euro beziehen - ein anständiges Ergebnis, so Map-Report. Die besten Anbieter zahlten ihren Kunden in diesem Test rund 96.000 Euro aus - die Schwächsten liegen knapp über 80.000 Euro.
"Besonders erfreulich" für den Verbraucher wäre, dass die Versicherer den eingezahlten Betrag von 50.000 Euro schon nach etwa zehn Jahren ihrem Kunden wieder zurückgezahlt hätten. "Seit dieser Zeit leben die Verbraucher bei den Testunternehmen nur von den Zinsen. Sie haben verwirklicht, wovon viele Arbeitnehmer träumen: Sie lassen Geld für sich arbeiten", so Poweleit.
Gleichermaßen positiv gestaltet sich die Verrentung für den Untersuchungszeitraum 1995 bis 2008, also eine Periode, in der die am Kapitalmarkt zu erzielenden Renditen der Lebensversicherer stark belastet waren.
Wer Anfang des Jahres 1995 mit einer Einmalzahlung 50.000 Euro in eine private Rentenversicherung investierte, würde nach 13 Jahren im Durchschnitt rund 61.400 Euro Rentenzahlungen erhalten. Hier zahlten die besten Versicherer ihren Kunden 65.000 Euro bis 67.000 Euro bis Ende dieses Jahres aus. Laut Map-Report gilt auch für diesen Zeitraum, dass der Verbraucher bei den Testunternehmen schon nach zehn Jahren gewissermaßen die Gewinnzone erreicht und fortan von den Zinsen lebt. Das sei "kein schlechtes Geschäft" in Anbetracht der Tatsache, dass 60-jährige Männer mittlerweile eine restliche Lebenserwartung von 20,5 und Frauen von 24,5 Jahren haben, erklärt Poweileit.
Darauf sollten Sie achten
Welche Rentenversicherung sich nun für einen Versicherten eignet und rentiert, lässt sich pauschal nicht beantworten, da eine ganze Reihe von Größen die Rechnung beeinflussen. Der Verbraucher sollte sich intensiv informieren und Produkte vergleichen und dabei darauf achten, dass eine unterstellte jährliche Inflationsrate in die Rechnung einfließt.
Auch hängt die Rendite des eingezahlten Kapitals selbstverständlich vom Anlageerfolg des Versicherers ab. Haushaltet er sparsam und legt das Geld seiner Kunden clever an, kann er im Normalfall höhere garantierte Renten als der Mitbewerber anbieten.
Zudem entscheidet sich, ob eine Rentenversicherung für einen Kunden rentabel ist oder nicht, auch dadurch, wie alt der Versicherte überhaupt wird. Dementsprechend ist die Rendite eines Vertrags auch immer eine Wette gegen die Zeit.
Vor diesem Hintergrund eigne sich eine fallende Rente für Menschen, die von einer geringeren Lebenserwartung ausgingen oder bewusst in den ersten zehn bis zwanzig Rentenjahren vergleichsweise mehr Geld zur Verfügung haben möchten, sagt Poweleit. Mit ähnlichen Argumenten würde ein Berater voraussichtlich seinem Kunden auch einen Vertrag mit einer konstanten Rentenzahlung nahe legen.
Andererseits dürften Policen mit steigenden Rentenzahlungen (dynamische Renten) jenen Kunden entgegenkommen, die von einer überdurchschnittlichen Lebenserwartung ausgehen und auch gegen ein höheres Pflegerisiko im hohen Alter vorsorgen möchten. Laut Poweleit rechnet sich die dynamische Rente „für den Kunden in der Regel nicht. Es sei denn, er wird wirklich sehr alt".
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