Mittlerweile befürchten vier von fünf gesetzlich Versicherten, dass ihre Kasse wichtige Leistungen nicht mehr bezahlt oder dass ihnen nur die billigsten Therapien verschrieben werden. Inzwischen ist ja auch belegt, dass ein Termin beim Arzt für Mitglieder der Gesetzlichen deutlich schwerer zu bekommen ist, als für Privatpatienten. Differenziert wird auch im Krankenhaus, zumindest in unspektakulären Fällen. Angesichts solcher Fakten wundert es niemanden, wenn freiwillig gesetzlich Versicherte in die Private Krankenversicherung wechseln. Sie erhalten nicht nur bessere Leistungen, die Beiträge sind auch häufig geringer.
„Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, (…) sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Krankheit und Invalidität (…).“
Was die Vereinten Nationen vor 60 Jahren in ihrer Menschenrechtserklärung festgeschrieben haben, klingt ausgesprochen beruhigend. Allerdings scheint dieser Anspruch in der Praxis heute, zahllose deutsche Gesundheitsreformen später, immer unrealistischer zu werden.
Verheerende Stimmung
Vier von fünf gesetzlich Versicherten befürchten mittlerweile, dass ihre Kasse wichtige Leistungen nicht mehr bezahlt oder dass ihnen die Mediziner von vorneherein nur die billigsten Therapien angedeihen lassen. Dass ein Termin beim Facharzt für die Mitglieder der Gesetzlichen deutlich schwerer zu bekommen ist, als für einen Privatpatienten, ist inzwischen auch belegt: Laut einer Studie der Uni Köln müssen Kassenpatienten im Schnitt dreimal länger auf einen Termin beim Facharzt warten als Privatversicherte; 7400 praktizierende Mediziner behandeln sogar sowieso keine Kassenpatienten mehr.
Differenziert wird auch im Krankenhaus: Zumindest in leichteren Fällen entscheidet auch hier der Versicherungsstatus, ob der Chef persönlich Hand anlegt, oder ob sich der junge Assistenzarzt einmal als Operateur versuchen darf. Ein- oder Zweibettzimmer gibt es ebenfalls nur für die Privatpatienten, die, mit ein wenig Glück, sogar noch die bessere Verpflegung erhalten.
Nicht verwunderlich
In Anbetracht dieser Gegebenheiten wundert es nicht, dass immer mehr freiwillige Kassenmitglieder ihren Gesundheitsschutz in die Hände Privater Krankenversicherungen legen. Hier erhalten Sie mehr und bessere Leistungen und nicht selten sind die Beiträge auch noch günstiger.
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