Privat oder gesetzlich? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Das Gesundheitssystem wird derzeit in den Medien nicht gerade positiv beleuchtet. Unmut macht sich breit und die Mehrheit der Bevölkerung klagt vermehrt über die mageren Leistungen der Gesetzlichen Kassen. Höchste Zeit, über einen Wechsel in die private Krankenversicherung nachzudenken.
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Die Privaten Krankenversicherer bieten dagegen ein komplett anderes Leistungsspektrum, wodurch sich für so manchen Wechselwilligen interessante Perspektiven ergeben. Motive für einen Wechsel gibt es viele. Dabei sollte man aber die Vorteile gegenüber den Nachteilen sorgfältig abwägen.
Die Sonderbehandlung endet nicht im Wartezimmer. Überbelegungen und Mehrbettzimmer lassen sich im Krankenhaus nicht immer vermeiden. Der Privatpatient allerdings genießt seine Privatsphäre im Ein- oder Zweibettzimmer. Gerade bei schwereren Erkrankungen ist dies von entscheidendem Vorteil. Auch eine raschere Terminvergabe trägt zur Heilung bei. Vorteile ergeben sich auch bei häufigen, etwa berufsbedingten Auslandsreisen. Hier stellt die Gesetzliche Kasse meist die schlechtere Alternative dar, denn sie gewährt keinen flexiblen Versicherungsschutz. So steht ein medizinisch notwendiger Rücktransport nicht im Leistungskatalog. Auch werden trotz Auslandskrankenschein nicht alle vorgestreckten Rechnungen übernommen.
Neben den eingangs erwähnten schwachen Leistungen der GKV spielen drei Gründe eine wichtige Rolle für einen Wechsel in die private Krankenversicherung. Häufig genannt wird der Status als Privatpatient sowie der Wunsch, seinen Kindern im Krankheitsfall einen hochwertigen Schutz zukommen zu lassen. Auch das individuell geschnürte Leistungspaket betrachten viele als eindeutigen Pluspunkt. Mit dem Vormarsch der Alternativmedizin liegen besonders spezielle Heilpraktiker-Tarife hoch im Kurs. Aber auch herkömmliche Heilmittel, wie etwa Massagen, können von privat Versicherten dazugebucht werden. Eine Option, die vor allem für chronisch Rückenkranke von Bedeutung ist. Ein weiterer Anreiz für den Wechsel besteht für viele in den Einsparungsmöglichkeiten durch Beitragsrückerstattungen. Je nach Tarif und Gesellschaft können bis zu 2.500 Euro zurück in die eigene Tasche fließen. Voraussetzung ist, dass man für einen bestimmten Zeitraum keine Leistungen in Anspruch genommen hat.
Nicht unerwähnt bleiben sollte allerdings, dass auch die private Krankenversicherung nicht für jeden geeignet ist. Eine Gesundheitsprüfung gilt nach wie vor als Eintrittskarte, außer im Basistarif. Und sie hat ihre Tücken. Eine Arztrechnung muss erst mal selbst bezahlt und dann eingereicht werden. Trotz dieser Hürden stieg die Anzahl der Vollversicherten in den letzten Jahren auf mittlerweile 8,5 Millionen in Deutschland.
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