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Krankenkassen mit Milliardendefizit

Aufgrund des neuen Milliardenlochs bei der gesetzlichen Krankenversicherung sind Beitragserhöhungen schon im Juli nicht auszuschließen. Beobachter warten auch mit Spannung auf die Halbjahreszahlen. Denn je höher der Finanzbedarf ausfällt, desto höher wird auch der im Herbst für 2009 festzulegende Beitragssatz. Nutzen Sie Ihre Möglichkeit zum Wechseln. Mit einer privaten Krankenversicherung erhalten Sie bessere Leistungen und das zu einem häufig günstigeren Beitrag.

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Fast eine Milliarde Euro Verlust haben die gesetzlichen Krankenkassen im ersten Quartal erwirtschaftet. Grund für das Milliardendefizit soll ein kräftiger Anstieg der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen sein. Allein die Orts-, Ersatz- und Innungskassen hätten im ersten Vierteljahr 702 Millionen Euro mehr ausgegeben als an Beiträgen eingenommen. Bei den Betriebskrankenkassen wird das Defizit auf knapp 300 Millionen Euro geschätzt. Demnach ist der Fehlbetrag höher als im Vorjahreszeitraum. Der "Bild"-Zeitung sagte ein Insider: "Wahrscheinlich werden einige Kassen bereits zum 1. Juli ihre Beiträge wieder erhöhen."

Steigender Verlust trotz höherer Einnahmen
Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) stieg trotz höherer Einnahmen der Verlust im ersten Quartal bundesweit von 48 Millionen Euro im Vorjahr kräftig auf 172 Millionen, berichtete der Bundesverband am vergangenen Montag. Die Leistungsausgaben stiegen um 4,6 Prozent je Mitglied (Vorjahreszeitraum: 2,5 Prozent), die Einnahmen nur um 3,8 Prozent (5,5 Prozent). Die Ausgaben für die 24 Millionen AOK- Versicherten stiegen bei Arzneimitteln, Ärzten, Heil- und Hilfsmitteln, Fahrtkosten und häuslicher Krankenpflege. Für das gesamte Jahr rechne die AOK aber weiter mit einem positiven Ergebnis und stabilen Beitragssätzen.

Vor allem auf die Halbjahreszahlen in der gesetzlichen Krankenversicherung warten Beobachter mit Spannung, denn von ihnen werden Anhaltspunkte für den weiteren Finanzbedarf der Kassen erwartet. Je höher dieser ausfällt, desto höher müsste die Bundesregierung im Herbst den Beitragssatz für 2009 festlegen. Zum Start des Gesundheitsfonds neun Monate vor der Bundestagswahl soll erstmals bundesweit ein einheitlicher Beitragssatz gelten.

Schmidt denkt über „mehr Steuern“ nach
Die gesetzliche Krankenversicherung wird nach Ansicht von Gesundheitsministerin Schmidt zukünftig stärker auf Einnahmequellen neben den Beiträgen angewiesen sein. Das könnten auch mehr Steuern sein.

"Wir werden langfristig über die Einbeziehung anderen Einkünfte entscheiden müssen, entweder durch mehr Steuern oder aber durch die Einbeziehung anderer Einkünfte auch bei der Beitragsbemessung“, sagte Ulla Schmidt (SPD) in einem Interview letzte Woche.

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