Aufgrund der zu erwartenden steigenden Gesundheitskosten fordern Experten des Instituts für Gesundheits-System-Forschung, dass die Krankenkassen nur noch einen Basisschutz bezahlen sollen. Zusatzleistungen sollen die Patienten in Zukunft privat begleichen. Für Kassenpatienten wird dann die Gesundheit ein Luxusgut. Legen Sie Ihren Gesundheitsschutz in die Hände privater Krankenversicherer und sichern Sie sich bessere Leistungen zu oftmals günstigeren Beiträgen.
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Nur noch Basisschutz für Kassenpatienten, dass fordern Experten des Fritz Beske Instituts für Gesundheits-System-Forschung. Die Krankenkassen stellen dann nur noch eine „Grundversorgung“. Zusatzleistungen müssten die Patienten dann privat begleichen. Begründet wird dies unter anderem mit den erwarteten steigenden Gesundheitskosten.
Das aktuelle System von Zuzahlungen — die Praxisgebühr, Arzneimittel- und Krankenhauszuzahlungen — mache das System der Gesetzlichen Krankenversicherung immer unübersichtlicher, erklärten die Wissenschaftler. Es werden „klare und einsehbare Regelungen bei Zuzahlungen und Festbeträgen im Rahmen eines Gesamtkonzepts“ benötigt, so Institutsleiter Fritz Beske.
Allerdings laufen die Vorschläge in erster Linie darauf hinaus, dass Kassenpatienten künftig viel mehr aus eigener Tasche bezahlen sollen. Eine Trennung in Grund- und Zusatzleistungen würde die wichtigste Neuerung sein. Demnach würden nur noch die Grundleistungen von der Krankenkasse in Form eines „Festzuschusses“ abgedeckt. Darüber hinausgehende Leistungen müssten dann vom Patienten selbst bestimmt und bezahlt werden. Der zu deckende Bedarf müsste „ständig neu definiert werden“, erläuterte Beske. „Dies wird eine Reduzierung des heutigen Leistungsumfangs zur Folge haben.“ Außerdem soll für chronisch Kranke nicht länger eine niedrigere Belastungsgrenze von einem Prozent des Jahreseinkommens gelten, sondern zwei Prozent wie für alle anderen. Beske begründet den Vorschlag sowohl mit den erwarteten zusätzlichen Einnahmen als auch mit der „Vereinfachung“. Auch in Apotheken sollen Versicherte in Zukunft deutlich mehr zuzahlen. Die Grenze für die Selbstbeteiligung soll von derzeit zehn Euro auf 20 Euro angehoben werden, da die derzeitige Regelung sich nicht bewährt habe. Des Weiteren will Beske auch die Praxisgebühr reformieren: Demnach soll die Gebühr nicht beim ersten Besuch im Quartal fällig werden, sondern zum Beispiel ab dem vierten Arztbesuch im Quartal. Auch soll die Gebühr nicht mehr Erlassen oder verrechnet werden können. Hiervon verspricht sich der Wissenschaftler eine bessere Steuerungswirkung.
Für Hausbesuche sollen nach Beskes Vorstellungen in jedem Fall zehn Euro fällig werden, die der Arzt behalten soll. Auf diese Weise würden unnötige Hausbesuche unterbunden und gleichzeitig die ärztliche Vergütung für solche Besuche verbessert werden.
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