Der Trend auf dem Lebensversicherungsmarkt geht in Richtung Policen zum Pauschaltarif. Die Abschlusskosten als einmaliger Fixbetrag pro Vertrag sind unabhängig von der Höhe der Anlagesumme. Auch für Verwaltungskosten wird ein fester Betrag jährlich fällig. Das durch die Fixkosten ersparte Geld erhöht den für die Verrentung zur Verfügung stehenden Betrag und damit auch unmittelbar die garantierte Rente, die der Kunde letzten Endes erhält.
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Die Auszahlung einer Lebensversicherung, einer Sparanlage oder einer Erbschaft hilft häufig dabei, die eigene Rente aufzustocken. Speziell für diejenigen, die in der Mitte oder am Ende ihres Berufslebens stehen, spielt diese Möglichkeit in Anbetracht der laufend steigenden Lebenserwartung eine bedeutende Rolle.
Beispielsweise wurden 2006 12,6 Milliarden Euro an Einmalbeiträgen bei Lebensversicherern angelegt, 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Ab 1. Juli muss im Vertrag schwarz auf weiß stehen, wie viel der Kunde an Abschlusskosten für eine Versicherung berappen muss. „Da werden sich einige wundern, dass sie 3000 oder gar 4000 Euro zahlen müssen“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Denn in der Regel stellen die Versicherungsgesellschaften 3,5 bis 4,2 Prozent der Versicherungsabschluss-Summe in Rechnung.
Dem entgegen geht jetzt der Trend der Lebensversicherung mit Kosten-Flatrate. Die Abschlusskosten in Höhe eines einmaligen Fixbetrages pro Vertrag sind unabhängig von der Höhe der Anlagesumme. Auch für Verwaltungskosten wird ein fester Betrag jährlich fällig. Die Verbraucherschützer loben die Transparenz-Offensive. „Es ist ein sehr guter Schritt, dass die Abschlusskosten gedeckelt werden“, so Verbraucherschützer Nauhauser. Er geht davon aus, dass spätestens ab Juli weitere Versicherungsgesellschaften nachziehen werden. Da es für Versicherungskunden kaum nachvollziehbar sei, warum sie für eine höhere Versicherungssumme so hohe Abschlussgebühren zahlen müssen.
Ansehnliche Rente
Zumal das durch die niedrigen Abschluss- und Verwaltungskosten ersparte Geld, den Betrag, der für die Verrentung zur Verfügung steht, erhöht und somit auch unmittelbar die garantierte Rente.
Ein Beispiel: Eine 60-jährige Frau, die einen Einmalbetrag von 100.000 Euro zahlt, erhält eine garantierte monatliche Rente von 378 Euro. Und ein 67-jähriger Mann, der einen Betrag von 150.000 Euro einzahlt, kann sich im Alter über eine garantierte monatliche Rente von 756 Euro freuen.
Diese garantierten Beträge liegen deutlich über den im Vergleich des Branchendienstes Morgen&Morgen bisher ermittelten höchsten garantierten Renten.
Bei den derzeit auf den Markt erhältlichen Policen handelt es sich um eine Rente gegen Einmalbetrag, mit einer Mindest-Anlagesumme. „Als Direktversicherer ohne große Beratungsleistung kann man ein solches Angebot sicherlich auf den Markt bringen“, erklärt Manfred Poweleit vom Branchendienst map-Report. Allerdings sollten Kunden wissen, dass sich das Flatrate-Modell besonders für Verträge mit einer hohen Versicherungssumme rechnet.
„Die Flatrate wird auf jeden Fall Bewegung in den Versicherungsmarkt bringen“, prognostiziert Finanzexpertin Claudia Ossola-Haring von der Hochschule Calw. Letzten Endes wird der Kunde ab Juli bei allen Versicherungen sehen, welche Kosten dann in Euro anfallen.
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