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erneute Leitzinserhöhung

Abermals hat die Europäische Zentralbank an der Zinsschraube gedreht, für die nahe Zukunft jedoch eine Pause bei der stetigen Verschärfung ihrer Geldpolitik seit einem Jahr angedeutet. Europas oberste Währungshüter setzten den entscheidenden Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent herauf. Das robuste Wachstum und die damit wachsende Inflationsgefahr haben die EZB in den vergangenen zwölf Monaten zu sechs Zinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte veranlasst.

Aus Politik und Wirtschaft kam Kritik an der Entscheidung der Zentralbank. Die Erhöhung könne sich negativ auf Konsum, Investitionen und den Euro-Kurs gegenüber dem Dollar auswirken. Die deutsche Finanzwelt hingegen reagierte gelassen auf die EZB-Entscheidung.

Die Erhöhung trifft die Verbraucher jedoch unterschiedlich. Während beispielsweise Kredite und Baudarlehen teurer werden, freuen sich Anleger über mehr Erträge auf ihren Sparkonten. Allerdings reichen die Banken die höheren Zinssätze nicht selten nur teilweise und mit zeitlicher Verzögerung an ihre Kunden weiter. Das kommt unter anderem auf Sie zu:

  • Kredite: Für Schulden müssen Verbraucher künftig höhere Zinsen zahlen. Die Banken und Sparkassen ziehen für gewöhnlich schnell nach und erhöhen die Sätze für Dispo-, Überziehungs- und Ratenkredite. Für „Häuslebauer“ sind dagegen die langfristigen Zinsen am Kapitalmarkt entscheidend. Sie können, müssen aber nicht unbedingt mit dem Leitzins steigen. Immobilienkäufer, die allerdings einen Vertrag mit variabler Verzinsung abgeschlossen haben, müssen sich durchaus auf höhere Zinsen einstellen.
  • Anleihen: Die Kurse und Renditen von Anleihen sind Marktpreise und hängen nicht unmittelbar vom Leitzins ab. Allerdings spiegeln sich in den Renditen von Staatsanleihen die Erwartungen der Anleger wider - unter anderem mit Blick auf die Inflation.
  • Sparguthaben: Sparern und Anlegern bringt die Erhöhung Vorteile. Bei den Sparzinsen ist das Tempo der Anpassung nach oben aber langsamer. Girokonten erhalten ein Zinsplus.

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