An einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, leiden etwa 5% aller Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 16 Jahren. ADHS wird charakteristisch geprägt von einem übersteigerten Bewegungsdrang (Hyperaktivität), unüberlegtem Handeln (Impulsivität) und gestörter Konzentrationsfähigkeit. Auch wenn es sich hierbei um eine chronische Erkrankung handelt, so bilden sich die genannten Symptome bei etwa einem Drittel der Betroffenen im Laufe der Entwicklung zurück. Im Erwachsenenalter zeigen nur etwa 40-50% der Betroffenen Auffälligkeiten. Eine Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ist heutzutage auf mehrere Arten möglich und sollte multimodal erfolgen, das heißt, verschiedene Therapieansätze sollten parallel durchgeführt werden. Ob in diesem Zusammenhang bei einem Kind zu einer medikamentösen Behandlung zu raten ist, hängt generell davon ab, wie stark das Alltagsleben des Kindes durch ADHS beeinträchtigt wird - hier genügt bei einer nur leichten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung manchmal bereits eine verhaltenstherapeutische Therapie. Grundsätzlich sollte immer die gesamte Familie in die Therapie einbezogen werden. Psychotherapeutische Maßnahmen sind hingegen meist nicht ohne den Einsatz von Medikamenten wie beispielsweise Ritalin durchführbar, da sie das aktive Mitwirken des Kindes an der Therapie verlangen. Studien belegen heute, dass die Nebenwirkungen von Ritalin weitgehend kurzfristiger Natur sind und in einem Rückgang des Appetits, aber auch in Wachstumsverzögerungen, Schlaflosigkeit und Nervosität liegen können. Spätfolgen, die durch die Einnahme von Ritalin im Kindsalter hervorgerufen werden, wurden bisher nicht bewiesen, können jedoch nach heutigem Kenntnisstand nicht ausgeschlossen werden.
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