Arzt im Praktikum war eine vom 1. Juli 1988 bis zum 30. September 2004 notwendige Ausbildungsphase für Mediziner, die 18 Monate dauerte und für den Erhalt der vollen Approbation erforderlich war. Ziel der Abschaffung des Arztes im Praktikum war es, den Ablauf des Medizinstudiums zu rationalisieren und somit den Studiengang attraktiver zu gestalten. Heute erhält jeder Student mit erfolgreich abgeschlossenem Medizinstudium direkt die Approbation als Arzt und bei Eintreten in eine Klinikbeschäftigung direkt den Status eines Assistenzarztes. Die Abschaffung des Ausbildungsschrittes Arzt im Praktikum ging im Jahr 2004 einher mit einer Erhöhung der Einstiegsgehälter von Berufseinsteigern auf den bis zu dreifachen Satz eines Arztes im Praktikum. Die entstandenen Mehrkosten tragen weitgehend die gesetzlichen Krankenkassen über Mittel, die aus Einsparungen der 2004 begonnenen Gesundheitsreform gezogen werden. Der Status Arzt im Praktikum, in der Abkürzung AIP genannt, hatte bis dahin den Arztberuf für viele junge Menschen unattraktiv gemacht, denn der Arzt im Praktikum wurde zwar voll verantwortlich in den Ablauf der Klinik einbezogen und hatte volle Arbeitszeit zu leisten, erhielt jedoch nur knapp 1000 Euro monatlich für sein Praktikum. Angesichts der hohen Belastungen im Arztberuf handelte es sich hierbei um eine deutlich viel zu geringe Vergütung.
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