Die Zinsen für private Immobilienkredite rangieren trotz Finanzkrise auf niedrigem Niveau. Doch die Banken beginnen schon, die Risikoaufschläge zu erhöhen - und ihre Margen zu steigern. So kommen Sie jetzt noch an günstiges Baugeld:
Seit Monaten kriselt es an den Finanzmärkten. Besonders unter Banken herrscht Argwohn. Geld wird nur noch höchst ungern verliehen - und wenn, dann vielfach zu Konditionen, die deutlich schlechter sind als jene, die vor Beginn der Kreditmarktturbulenzen galten.
Viele Akteure des globalen Finanzgeschehens leiden darunter: Private-Equity-Investoren, Hedgefonds, gewerbliche Immobilienkäufer. Auch in Deutschland ist die Welt für professionelle Käufer von Büro- und Einzelhandelsgebäuden aktuell eine andere als noch vor zwölf Monaten. Die Banken wollen mittlerweile in der Regel mehr Eigenkapital sehen, bevor sie einen Deal begleiten. Und sie verlangen - wenn auch unwesentlich - höhere Zinsen. Das schränkt die Zahl der Interessenten ein - und führt zu rückläufigen Preisen und steigenden Renditen.
Anders sieht es aus im privaten Bereich. Hier sind die Kreditkosten in den letzten Monaten kaum gestiegen - im Gegenteil. "Die Hypothekenzinsen sind seit Beginn der Finanzkrise sogar ein wenig gesunken", sagt Bernd Pütz, Sprecher der LBS West. "Diesen Markt hat die Finanzkrise bislang nicht erfasst." Den leichten Rückgang begründet Pütz in erster Linie mit den Turbulenzen an den Aktienmärkten, die viele Anleger in sichere Papiere treiben.
Die steigende Nachfrage nach Festverzinslichem treibt dort die Kurse in die Höhe. Folge: Die Verzinsung sinkt. "Ablesen lässt sich der Effekt am Rückgang der Umlaufrendite", erklärt Max Herbst vom Finanzinformationsanbieter FMH. "Und die Umlaufrendite spiegelt letztlich nichts anderes wider als die Refinanzierungskosten der Hypothekenbanken."
Herbst hat jedoch noch eine weitere Entwicklung beobachtet - und die ist aus Sicht privater Baukreditnehmer weit weniger erfreulich. "Die Differenz zwischen Umlaufrendite und Hypothekenzinsen nimmt seit einigen Monaten kontinuierlich zu", erläutert der Experte. "Das ist zum Teil vermutlich auf eine steigende Risikovorsorge der Institute zurückzuführen. Zum größeren Teil liegt es aber sicher daran, dass die Banken ihre Margen ausdehnen." Für Herbst ist das ein Grund mehr, sich vor Abschluss eines Kreditvertrags zum Eigenheimbau oder -kauf nach den besten Konditionen - sprich Zinsen - umzusehen. "Zwischen einem sehr guten und einem sehr schlechten Angebot liegt der Unterschied zurzeit etwa bei 1,25 Prozentpunkten", so der Marktbeobachter.
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