Mehr als 30 Millionen Deutsche nutzen Direktbanken, wickeln ihre Geschäfte telefonisch oder online ab. Sie profitieren von günstigeren Konditionen für automatisierte Bankdienste wie Aktienhandel, Fondssparpläne oder Überweisungen. Mehr als 80 Prozent aller Bankgeschäfte sind Standarddienste wie Überweisungen oder Wertpapierorders, die sich problemlos von zu Hause aus erledigen lassen.
Die Grenzen der Direktbanken sind aber auch klar. Kunden, die Beratung für komplexe Produkte wie Riester-Rente, Hausbau oder Unternehmensfinanzierung benötigen, stoßen in den Callcentern an Grenzen.
Daher splitten immer mehr Kunden ihre Bankgeschäfte und picken sich den Anbieter mit den höchsten Zinsen für’s Festgeld heraus, haben aber ihre Baufinanzierung in der Filiale um die Ecke klargemacht; für Aktien wiederum nutzen sie einen günstigen Online-Broker.
Inzwischen haben fast alle Broker ihr Angebot um Girokonto, Kreditkarte oder Festgeld erweitert und bieten hier durchaus attraktive Angebote.
So wie die Commerzbanktochter Comdirect: mit sechs Prozent Zins auf’s Tagesgeld derzeit der Spitzenreiter – allerdings nur für Neukunden in den ersten sechs Monaten. Aber Vorsicht: meist wird zumindest ein regelmäßiger vierstelliger Geldeingang pro Monat verlangt. Und es ist schnell vorbei mit dem Hochzins.
Wer also wegen des hohen Zinses die Bank wechselt, sollte auch berücksichtigen, dass er als aktueller Neukunde der Altkunde der nächsten Zinserhöhungsrunde ist. Diese Zinsen sind nämlich zu meist subventioniert und können daher nur Neukunden angeboten werden.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) bei den Habenzinsen nur mit großer Verzögerung weitergegeben werden, bei den Überziehungszinsen aber recht schnell. Marktführer ING-Diba hat die vergangene Zinserhöhung der EZB noch gar nicht an seine rund 5,7 Millionen Tagesgeld-Kunden weitergereicht. Stattdessen werden die Kunden angeschrieben, dass es schon bald so weit sei mit den höheren Zinsen.
Über so günstige Ordergebühren freuen wie noch nie können sich wiederum Aktienkunden. Seit Jahren sinken die durchschnittlichen Kosten für Aktienorders. Bei einigen Anbietern zahlen Aktionäre nur noch rund sieben Euro für eine Order im Wert von 5000 Euro.
Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Oft treiben Gebühren für Teilausführungen oder telefonische Aufträge die Preise hoch; so verlangt etwa die Citibank satte 20 Euro mehr für eine Aktienorder via Telefon als via Internet. Auch der Handel im Ausland ist noch nicht überall günstig. Wer über das Jahr viel Geld bewegt und auf den außerbörslichen Handel sowie günstige Auslandskonditionen schaut, ist bei reinen Aktienspezialisten wie Sino.de, Fimatex oder E-Trade noch immer am besten aufgehoben.
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