Versicherungen für Kinder sind beliebt. Und für die Anbieter in jedem Fall ein Geschäft. Doch der vermeintlich einfache und umfassende Schutz ist nicht selten wenig effizient. Die folgenden Informationen können helfen, Versicherungsschutz und Beitrag zu optimieren.
Versicherungspakete – überladen, aber unzureichend
Der offensichtliche Schutz von der dauerhaften Absicherung des Lebensrisikos über eine Ausbildungsversicherung bis hin zur Altersrente mit einem einzigen Vertrag erscheint einfach und verlockend. Doch halten die Produkte wirklich, was sie versprechen? Was ist notwendig, was entbehrlich?
Grundsätzlich sollten Eltern oder Großeltern, die den Nachwuchs heute und zukünftig absichern wollen, den wichtigsten Grundsatz beachten: Versichern und Sparen trennen!
Kombinationen aus Versicherungen und Vorsorge-Sparen haben meist eine viel zu geringe Rendite und die Absicherung ist darüber hinaus oft völlig unzureichend. Die häufig angebotenen Komplett-Lösungen bestehen aus Invaliditätsschutz, Ausbildungs-, Krankenzusatz-, Pflege- und Rentenversicherung. Bausteine, die durch die Kombination zumeist nicht besonders stark und vor allem selten ausreichend sind. Beispielsweise wird eine solche Kombination ab einem Preis von 39,95 € angeboten. Ein Preis, der allein durch die Anzahl der abgedeckten verschiedenen Risiken günstig erscheint. Doch der Haken liegt in der Höhe der möglichen einzelnen Versicherungssummen.
Zum Vergleich: Eine Invaliditätsversicherung für Kinder mit vernünftigen Summen kostet im Normal allein schon mehr als 30 € pro Monat.
Was ist sinnvoll – auf das Kleingedruckte achten
Der Abschluss einer Altersrente für den Nachwuchs in den Windeln wird selbst von Experten unsinnig angesehen. Ebenso sollten Sie die Leistungen genau unter die Lupe nehmen: Nicht selten sind Leistungen enthalten, die den Beitrag erhöhen, ohne Ihnen oder dem Nachwuchs wirkliche Vorteile zu bringen. Ein gutes Beispiel hierfür sind das Krankenhaustagegeld oder die Chefarzt-Behandlung. Zumeist verzichtbar. Für den Verzicht auf überflüssige Leistungen können Sie die Deckungssummen vergrößern.
Was ist sinnvoll – der eigene Versicherungsschutz
Zunächst einmal ist der eigene Versicherungsschutz der Wichtigste: Risikolebensversicherung und eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung bieten dem Nachwuchs den Schutz vor dem größten Risiko – dem Ausfall des oder der Versorger. Denn fällt einer der beiden Elternteile als Versorger aus, können selten die Kinder-Versicherungen bedient werden und der vermeintliche Schutz löst sich in Rauch auf.
Was ist sinnvoll – lieber einzelne Policen als Komplettpakete
Schließen Sie lieber einzelne Policen ab als ein Komplettpaket. Zwar sind die notwendigen Gebühren nicht unbedingt geringer, aber Sie gewinnen erheblich an Flexibilität. Denn in Zeiten, in denen Sie eventuell den Gürtel enger schnallen müssen, ist es nicht notwendig, gleich den kompletten Schutz aufzugeben, da ja einzelne Verträge gekündigt werden können.
Was ist sinnvoll – sparen Sie das Geld für eine Ausbildungsversicherung anders
Dem Nachwuchs zu helfen, ohne gleich eine Lebensversicherung abzuschließen, lässt Eltern und Großeltern oft eine Ausbildungsversicherung abschließen. Immerhin will man den Kleinen einen guten Start ermöglichen, ohne zuviel investieren zu müssen. Aber hilft man wirklich?
Bei den meisten Produkten hilft man mit einer Ausbildungsversicherung eigentlich nur den Anbietern. Bei einem solchen Produkt treffen zwei negative Faktoren aufeinander: Lange Bindung und geringe Rendite. Zwar bleiben die Produkte beitragsfrei, wenn der Versicherungsnehmer vor Ablauf ausfällt, doch dafür gehen die Beiträge der ersten 12 bis 18 Monate komplett für die Gebühren drauf. UND: Sogar Negativ-Renditen treten oft auf! Damit wird für die Kleinen nicht gespart, sondern Geld vernichtet, Kaufkraftverluste durch Inflation nicht einmal berücksichtigt.
Bessere Möglichkeit: Schließen Sie lieber direkt eine Lebensversicherung ab, legen Sie Geld mit einem Sparplan auf ein Tagesgeld-Konto oder sogar aufs Sparbuch. Selbst Letzteres bringt, zumindest jetzt noch, erheblich mehr.
Was ist sinnvoll – Invaliditätsversicherung
Was aber wirklich sinnvoll ist und von Eltern nicht vernachlässigt werden sollten, ist die Absicherung des Nachwuchses gegen Invalidität. Auch hier ist umfassender Schutz für die Kleinen bis zum 5. Lebensjahr nicht billig zu haben. Beispielsweise musste – wie Stiftung Warentest im letzten Jahr ermittelte – beim damaligen Testsieger für umfassenden Schutz (ohne Ausschlüsse für Vergiftungen, verschluckte Gegenstände oder Zeckenbisse) bei einer monatlichen Rente von 1.000 Euro jährlich 470 Euro Beitrag gezahlt werden. Immerhin werden Policen mit steigendem Alter des Kindes aber günstiger.
Obwohl eine Invaliditätsversicherung für Kinder aus Sicht der Anbieter keinen Verkaufsschlager darstellt, lohnt sich dieses Produkt für Eltern. Denn erstens sind auch Behinderungen abgesichert, die durch Unfälle des Kindes entstehen. Und zweitens entstehen laut dem Statistischem Bundesamt beinahe 60 % aller schweren Behinderungen von Kindern durch Krankheit und nur unter 1 % durch Unfall.
Darauf sollten Sie achten: Vereinbaren Sie eine ausreichende Grund-Deckungssumme, die mit zunehmender Behinderung ansteigt. Als Faustformel kann gelten: Mindestens das Zweifache der Grund-Deckungssumme bei Vollinvalidität. Achten Sie auch auf Ausschlüsse (beliebt waren früher psychische Leiden oder Erbkrankheiten). Dies gilt auch für neue Vertragsbedingungen bestehender Verträge. Auch hier kann sich eine Zunahme der Ausschlüsse verstecken. Hier gilt für Sie: Je weniger Ausschlüsse desto besser ist die Police!
GELD.de - Tipp: Versicherungs-Check
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