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23.02.2007 Fonds oder Zertifikate – Das ist hier die Frage

In den vergangenen Jahren hat in Deutschland das klassische Fondskonzept neue Konkurrenz bekommen. Die Herzen der deutschen Privatkunden werden durch Zertifikate, mit denen sich praktisch jede Branche, jedes Land und jedes noch so ausgefallene Anlageobjekt in einem Produkt umsetzen lässt, erobert. Trotzdem muss nicht immer das Zertifikat auch die bessere Wahl sein.

Da lautet nun die Gretchenfrage: Fonds oder Zertifikat? An drei konkreten Beispielen, wurde durch Sachverständige erörtert, welches Produkt für Anleger viel versprechender ist.

Fall 1: Investition in europäische oder weltweite Standardaktien

Die erste Wahl um in europäische oder weltweite Standardaktien zu investieren sind Zertifikate, die den Kurs eines Aktienindex reproduzieren. Der Anleger erhält bei Indexzertifikaten das Recht, an der Wert-Entwicklung des jeweiligen Index beteiligt zu werden.

Bei Indizes kommen die Stärken eines Fonds, bei dem der Anleger zum tatsächlichen Mit-Eigentümer wird, nicht zur Entfaltung. Grund: Bei transparenten Indizes wie dem DAX oder dem Dow Jones kann der Fondsmanager kaum mehr, als sein Produkt verwalten – kassiert dafür aber eine ordentliche Managementgebühr. Oft genauso erfolgreich ist dagegen das günstigere Zertifikat, denn es bildet keineswegs nur stur den Index nach. Der jeweilige Anteil der im Index gelisteten Unternehmen wird vielmehr genau justiert, wobei sowohl Kurs als auch Dividende und Sondereinflüsse beachtet werden. Der Anleger sollte bei der Wahl des passenden Zertifikats darauf achten, dass es auf den Performance-Index lautet, denn nur dann werden die Dividendenausschüttungen zu den Kursen gerechnet.

Fall 2: Investition in Schwellenländer in Asien

Immer stärker in den Anleger-Fokus rücken die asiatischen Schwellenländer. Südkorea, Singapur, Vietnam und Taiwan werden neben China auch immer beliebter. Daher ist es kein Wunder, wenn auch die Zertifikate-Anbieter mit einer Fülle von Produkten um das Interesse der Anleger werben.

Jedoch beinhalten gerade diese Länder ein deutlich höheres Risiko als die etablierten europäischen Märkte. Außerdem haben Fondsgesellschaften viele der asiatischen Schwellenländer häufig noch nicht im Angebot, da sie ihnen einfach zu klein sind. Für Anleger empfiehlt es sich daher, auf ein aktiv gemanagtes Zertifikat zu setzen. So können sie das Experten-Knowhow nutzen und das Risiko mindern.

Fall 3: Investition in Gold

Bei Investitionen in Rohstoffe, also Edel- und Nichtedelmetalle, Erdöl und Gas sowie Land-, Forstwirtschafts- und Nahrungsmittelprodukte, stellt ein Fonds das Mittel der Wahl dar, um vom Wissen des Managers zu gewinnen. Da speziell die Nachfrage aus Asien nach einzelnen Ressourcen enorm ist, gehen Experten von einer lang anhaltenden Hausse bei Rostoffen aus. Aber auf das richtige Timing bei Kauf und Verkauf kommt es gerade beim Börsenhandel mit Rohstoffen an, da die Schwankungen können mitunter enorm sein. Das gilt für saisonale Agrarrohstoffe genauso wie für Metalle.

Anleger können mit einem Fonds auf spezielle Unternehmen aus der Rohstoff- und Energiebranche setzen, mit Zertifikaten lässt sich hingegen nur auf den Preis der Rohstoffe spekulieren. Ausnahmen sind Indexfonds, wie der im September 2006 aufgelegte Morgan Stanley Commodities Protect Fund. Dieser investiert u. a. in den Rohstoffindex Dow Jones AIG Commodity Index SM und lässt so den Anleger an der Wertentwicklung der Rohstoffe selber teilhaben.

Besonders bei Gold rechnen Experten mit einem Aufwärtstrend.

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