Gegenwärtig sollten sich Anleger Aktienkäufe gut überlegen, meint Wieland Staud. Der Chartexperte macht zur Zeit deutlich mehr Risiken als Chancen aus. boerse.ARD.de beantwortet er Fragen zur derzeitigen Lage.
boerse.ARD.de: Herr Staud, gerade hat sich der Markt ja ein wenig aufgebäumt. Trägt das weit?
Wieland Staud: Darauf würde ich nicht allzu viel geben. Die Situation ist alles andere als übersichtlich. So haben wir einen dramatischen Wechsel in der relativen Stärke des deutschen Aktienmarktes erlebt: Während er bis ins Spätjahr deutlich besser als die Wall Street abschnitt, hat sich dieses Bild seither komplett umgekehrt. Der Markt blieb zuletzt deutlich hinter den Erholungsversuchen der US-Indizes zurück. Das ist schon ein sehr untypisches Muster. Auch das Stimmungsbild der Marktteilnehmer ist derzeit extrem uneinheitlich. Kurzum, ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Tiefstkurse bereits hinter uns liegen.
boerse.ARD.de: Welche Rolle spielt da noch die Unterstützungszone um 7.500 Punkte im Dax?
Staud: Die entscheidende Marke ist aus meiner Sicht mit dem Schlusskurstief aus dem November bei 7.512 Punkten am Mittwoch bereits unterschritten worden. Gerade klemmt der Markt nahe diesem Niveau. Es bräuchte schon gewichtige Argumente, um ihn weiter nach oben zu bringen. Wenn ich aber derzeit auf den Dax schaue und mich frage, " welche Einzelwerte würde ich jetzt kaufen? " , fallen mir nicht allzu viele ein - was nicht gerade für den Gesamtindex spricht.
boerse.ARD.de: Und wie sieht es an der Wall Street aus? Der S&P-500-Index scheint ja recht angeschlagen...
Staud: Auch hier ist die wichtigste Unterstützung um 1.410/1.405 Punkte bereits gefallen. Um 1.380 Punkte ist noch ein bisschen Unterstützung zu erwarten. Die größte Hoffnung, sozusagen die letzte Chance vor dem Desaster, liefern die Elliott Waves. Danach ist eigentlich eine Aufwärtsbewegung zu erwarten, wenn der S&P noch etwa 20 bis 25 Punkte nachgegeben hat. Falls dieses Szenario stimmt, würden wir vor einer spürbaren Erholung stehen. Falls nicht, könnten wir etwas erleben, was wir am Markt schon lange nicht mehr gesehen haben. Wir stehen also am Scheideweg.
boerse.ARD.de: Was raten Sie Anlegern in dieser Situation?
Staud: Anleger sollten sich mit Käufen unbedingt zurückhalten und nicht auf jede Erholung aufspringen. Bestehende Positionen sollten sie auf jeden Fall mit Stop-Loss-Orders absichern. Im Fall der Fälle könnte die Dynamik nach unten nämlich atemberaubend werden.
Cash: Parken Sie Ihr Geld bis zur nächsten Hausse mit
Service
Suchen Sie vielleicht?
Informationen