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Achtung bei Geldmarktfonds

Werben Banken mit hohen Renditen bei Geldmarktfonds, sollte der Anleger zweimal hinsehen. Denn diese Fonds bergen mitunter mehr Risiken als es den Anschein hat. Auch den Aspekt der Kosten und Steuern sollte der Investor beachten.

Das Zinstief scheint vorbei, sodass nun auch Privatanleger wieder verstärkt nach fest verzinslichen Geldanlagen suchen. Dabei werden von Banken und Finanzdienstleistern auch immer wieder Geldmarktfonds ins Gespräch gebracht, mit denen - so die Versprechen - überdurchschnittliche Renditen zu erzielen seien. Das jedoch stimmt nur zum Teil. Anleger sollten Geldmartkfonds daher mit Skepsis betrachten, denn oft sind die Geldmarktfonds spekulativ.

Gerne bieten Banken Geldmarktfonds mit Renditen von 6 bis 10 Prozent an. Der Haken an der Sache: Solche Geldmarktfonds notieren in der Regel in Fremdwährungen, und die hohe Rendite ist meist vor allem Währungsgewinnen zu verdanken und weniger dem guten Händchen der Fondsmanager. Verliert die Währung, frisst das auch mögliche Gewinne auf, und die Fonds können sogar in die Verlustzone rutschen. So liegen viele Geldmarktfonds aus dem US-Dollar-Segment derzeit nach Auskunft der Stiftung Warentest auf Jahressicht mit 7 bis 14 Prozent im Minus. Eine sichere Geldanlage sieht anders aus.

Die Euro-Geldmarktfonds haben keine Währungsprobleme, sondern vielmehr ein Renditeproblem. Denn in der Masse sind allenfalls Renditen von knapp unter 4 Prozent möglich, das Gros der Fonds schneidet vor allem bei Betrachtung über die letzten drei Jahre mit unter 3 Prozent Durchschnittsrendite noch schlechter ab. Auch wenn die Vergangenheitswerte nichts über die Zukunft aussagen, so zeigen sie doch, dass die Renditen allenfalls gering über den Zinsen liegen, die andere Geldanlagen bringen. Warum sollte man sich also für diese Fonds entscheiden?

Das gilt umso mehr, als die Kosten für manche Fonds unverhältnismäßig hoch sind: Jährliche Verwaltungsgebühren um 0,5 Prozent sind die Regel. Dies entspricht fast 20 Prozent der Durchschnittsrendite. Dazu kommen bei einigen Fonds noch Kaufaufschläge von bis zu 2,5 Prozent, sodass damit die Rendite eines ganzen Jahres an die Fondsgesellschaft geht. Wenn Anleger sich für einen Geldmarktfonds interessieren, sollten sie daher Anbieter wählen, die keine jährlichen Gebühren und vor allem keinen Ausgabeaufschlag verlangen.

Ein weiteres Problem ist die Steuer: Die Renditen aus Euro-Geldmarktfonds bestehen in der Regel aus Zinserträgen. Diese Zinserträge sind - anders als derzeit noch für Wertgewinne bei Aktienfonds - keinesfalls nach zwölf Monaten steuerfrei, sondern müssen immer versteuert werden, wenn sie den entsprechenden Sparerfreibetrag übersteigen. Der Vorteil: Mittels eines Freistellungsauftrags können Anleger dafür sorgen, dass die magere Rendite bis zur Höhe des Sparerfreibetrags gar nicht erst mit Steuern belastet wird. Vor dem Hintergrund der geäußerten Bedenken erscheinen die Alternativen verlockend. Tagesgelder haben mittlerweile die 4-Prozent-Marke längst geknackt und bieten Zinsen, die sich eher Richtung 5 Prozent orientieren. Die Einschränkung: Die besten Angebote gelten oft nur für Neukunden und die Einlagensicherung ist auf 20 000 Euro beschränkt. Informationen über aktuelle Tagesgeld-Angebote finden Sparer im Internet unter biallo.de/geldanlage.

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