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27.07.2007 Zertifikate im Test - Anlage nach Maß

Augenblicklich sind Zertifikate die absoluten Modeprodukte von Geldinstituten. Häufig handelt es sich bei Angeboten für Privatanleger um Zertifikate - auch wenn der Begriff nicht immer im Namen auftaucht. Mit Zertifikaten ist für Anleger vieles möglich: Sie können in alle erdenklichen Märkte einsteigen, unterschiedliche Strategien verfolgen und so ihre Anlageideen verwirklichen.

Kunstprodukte für Anleger
Zertifikate sind Kunstprodukte. Meist stehen sie in Verbindung zu einem so genannten Basiswert, wie Aktien, Aktienindizes, aber auch festverzinsliche Wertpapiere, Rohstoffe oder Währungen. Mit Zertifikaten profitieren Anleger von der Wertentwicklung des Basiswerts ohne in das entsprechende Papier direkt investieren zu müssen. Rechtlich gesehen handelt es sich bei Zertifikaten um Schuldverschreibungen. Ihre Sicherheit ist abhängig von der Bonität (Zahlungsfähigkeit) des entsprechenden Emittenten. Weil es sich bei diesen jedoch größtenteils um große Banken handelt, ist das Ausfallrisiko gering. Wichtig: Der Verkäufer eines Zertifikats muss nicht immer mit dem Emittenten identisch sein. Darauf sollten Anleger achten, ehe sie in ein entsprechendes Papier investieren. Die meisten Zertifikate können Anleger jederzeit über die Börse oder direkt beim Emittenten kaufen und auch verkaufen.

Indexprodukte
Viel Zeit müssen Anleger investieren, um einen guten, aktiv gemanagten Fonds zu finden. Einfacher ist es, auf Produkte zu setzen, die sich am jeweiligen Markt orientieren, wie Indexprodukten. Sie steigen und fallen in etwa genauso wie zum Beispiel der Deutsche Aktienindex (DAX), der europäische Index DJ Stoxx 600 oder der Weltaktienindex MSCI Welt. Produkte, die den europäischen und den weltweiten Index abbilden, eignen sich für alle Anleger, die ein ausgewogenes Depot aus Aktienanlagen wünschen. Außerdem ist das Risiko breiter gefächert, die Verlustgefahr somit gering.

Fonds oder Zertifikate
Wer in einen Index investieren möchte, muss sich noch für ein geeignetes Produkt entscheiden. Zur Auswahl stehen etwa Indexfonds und Indexzertifikate. Wichtig bei der Entscheidung: Wo und wie das Geld angelegt werden soll. Wer in die Hauptmärkte Welt, Europa und Euroland investiert, sollte dies nach Möglichkeit langfristig tun. Dabei gibt es nachstehendes zu beachten: Kursgewinne und Dividenden - Anleger profitieren bei Indexfonds doppelt: Einmal von Kursgewinnen, aber auch von den Dividenden, denn Indexfonds geben diese immer an ihre Anleger weiter. Bei Zertifikaten hängt es von der Art des Index ab, ob Anleger Dividenden erhalten. Handelt es sich um einen Kurs- oder Preisindex, der selbst nur die Kursgewinne der Aktien zählt, können Zertifikatekäufer auch nur davon profitieren. Anders bei Performance-Indizes: Hier sind im Punktestand neben den Kursgewinnen auch Dividenden enthalten. Jedoch sind diese Indizes selten. Der DAX gehört zu dieser Gruppe und der Euro Stoxx 50 ist in beiden Varianten zu haben. Sicherheit - Wer langfristig anlegt, will nicht nur höchstmögliche Renditechancen, sondern auch Sicherheit. Bei Fonds werden Anlegergelder und das Vermögen der entsprechenden Fondsgesellschaft nicht vermischt. Bei Zertifikaten ist das anders. Anleger leihen mit dem Kauf der herausgebenden Bank Geld. Handelt es sich dabei um ein Geldinstitut mit guter Bonität ist das erfahrungsgemäß kein Problem. Auf lange Sicht sind Fonds die beruhigendere Variante.

Kosten
Beim Börsenkauf von Indexfonds und -zertifikaten fordern Filialbanken meist 1 Prozent vom Kurswert, wenigstens aber 20 bis 30 Euro. Vereinzelt sind die Mindestgebühren auch noch höher. Wer sparen möchte, sollte die Papiere bei einer Direktbank kaufen. Sie sind größtenteils preiswerter. Zu diesen Gebühren kommen noch Börsenspesen, die jedoch kaum ins Gewicht fallen. Aufpassen sollten Anleger hingegen beim Spread. Das ist der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs an der Börse. Spreads liegen meist zwischen 0 und 5 Prozent. Auch der Ausgabeaufschlag von Fonds, die nicht an der Börse gehandelt werden, ist eine Art Spread. Besonders hoch ist der Spread bei nicht börsengehandelten Fonds. Er beträgt häufig bis zu 5 Prozent.

Steuern
Anleger müssen bei Investments in Indexfonds oder -zertifikate auch an die Steuer denken. Es gibt unterschiedliche Regelungen. Indexfonds - Bei Fondskäufen bis Ende 2008 sind Kursgewinne nach Ablauf der zwölfmonatigen Spekulationsfrist steuerfrei. 2009 ändert sich das. Wer dann in Fonds investiert, muss auf anfallende Kursgewinne eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer zahlen. Für Dividenden gilt bis Ende 2008 das Halbeinkünfteverfahren. Dividenden, die Anleger ab 2009 erhalten, müssen voll versteuert werden. Zertifikate - Anleger, die Indexzertifikate vor dem 15. März 2007 gekauft haben, erhalten Kursgewinne nach Ablauf der Spekulationsfrist steuerfrei. Eine Übergangslösung gibt es bei Käufen nach dem 15. März: Wer jetzt Indexzertifikate kauft und vor dem 30. Juni 2009 wieder verkauft, kann Kursgewinne steuerfrei mitnehmen, wenn die Spekulationsfrist abgelaufen ist. Anleger, die ihre Zertifikate später verkaufen, müssen ebenfalls 25 Prozent Abgeltungssteuer zahlen.

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