In einer aktuellen Studie des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) wurden die Geldvermögensbildung der Deutschen im europäischen Vergleich untersucht. Demnach stiegen in Deutschland die Durchschnittseinkommen und Sozialleistungen weniger als im Durchschnitt der Euro-Länder, während die Sparanstrengungen spürbar höher waren.
Die Bundesbürger haben gemäß der Studie im letzten Jahr 159,5 Milliarden Euro gespart, 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Dagegen wurde im übrigen Euro-Raum ein Rückgang um 5,9 Prozent registriert.
Die Sparquote blieb in Deutschland gleich bleibend bei 10,6 Prozent. Somit blieb sie gegenüber 2005 unverändert, wobei sie sich insgesamt seit dem Jahr 2000 um 1,4 Prozent erhöht hatte.
In den anderen Ländern des Euro-Raums senkte sie sich dagegen in diesem Zeitraum um 0,3 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent. Anstelle von einem kontinuierlichen Anstieg zwischen 2000 und 2006 gab es hier einen deutlichen Rückgang. Nur die Italiener sparten mehr als die Deutschen.
Dabei sind 2006 die Nettolöhne und –gehälter in den übrigen Staaten mit Euro-Währung um 4,3 Prozent gestiegen, in Deutschland aber nur um 0,4 Prozent. Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen stiegen im Euro-Raum um 2,3 Prozent, in der Bundesrepublik um 5,2 Prozent.
Das verfügbare Einkommen inklusive der betrieblichen Versorgungsansprüche erhöhte sich in Deutschland 2006 um 2,6 Prozent, im übrigen Euro-Raum um 3,6 Prozent.
Die monetären Sozialleistungen sanken in Deutschland um 0,1 Prozent, während sie im Euro-Gebiet sich um 3,9 Prozent wuchsen.
Die Bundesbürger investieren ihre Ersparnisse fast zu gleichen Teilen jeweils rund einem Drittel in Wertpapieren, Versicherungen und Bankguthaben, die Bürger des Euro-Raums favorisieren Wertpapiere deutlich. Hier legen sie 41 Prozent ihres Geldvermögens an, gefolgt von Bankeinlagen mit 30 und Versicherungen mit 28 Prozent.
Dagegen gibt es bei Rentenwerten mit 11 Prozent in Deutschland und 10 Prozent im übrigen Euro-Raum größere Übereinstimmungen.
Generell sind bei deutschen Kunden risikoarme Anlageformen wie die 2006 stärker nachgefragten Termingelder besonders in Mode. Neben Portugal ist Deutschland aber Schlusslicht bei der Bildung von Sachvermögen. Während der Wohnungsbau in Deutschland seit 2000 mit jährlich rund 8,1 Prozent rückläufig ist, stieg er im übrigen Euro-Raum um 7,7 Prozent im Durchschnitt an.
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