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09.08.2007 Der Hochzins-Sommer für Neukunden

Sie ködern mit bis zu 6,6 Prozent Zinsen – aber nicht für alle: Die meisten Banken sind nur nett zu neuen Kunden. Doch wie wird man wieder Neukunde?

Anleger sollten ihre Euros mit Bedacht anlegen Der „Hochzins-Sommer“ ist da. Die Zins-Sonne brennt besonders heiß bei der DAB-Bank (HypoVereinsbank). Sie rückt unschlagbare 6,6 Prozent Zinsen heraus: Aber nur bis 10 000 Euro, nur drei Monate lang, nur bei gleichzeitig eröffnetem (kostenlosem) Depot – und vor allem nur für Neukunden. Und da ist es wieder, das meistgehasste Wort der Zins-Saison: „Neukunde“. Fast alle Banken verwöhnen nur funkelnagelneue Kunden – und vergraulen so ihre eigenen Klienten.

Notwehr für Altkunden

Daher sollte eine Bank, die ihre Altkunden mit Magerzinsen abspeist, sich nicht wundern, wenn diese fix ein Konto bei der Konkurrenz beantragen – und sich dort als Newcomer verwöhnen lassen („Zins-Hopping: Wer fremdgeht, kriegt mehr“).

Es lohnt sich, stets ein oder zwei Hochzinskonten zu haben, auch wenn gerade kein Geld drauf ist. Beispiel: Das 4,5-Prozent-Tagesgeld der eigenen Bank läuft aus, sie zahlt nur noch 3,25 Prozent – ein neuer Superzins ist jedoch nicht in Sicht. Dann schiebt der Rendite-Hopper seine flexiblen Euros eben mit einem Klick auf ein bereits bestehendes, leeres 4,25-Prozent-Konto.

Vorsicht: Fristenfalle

Allerdings ist es nicht immer sinnvoll, gleich einen ganzen Haufen Tagesgeldkonten auf Vorrat zu eröffnen. Der Grund: Nur echte Neukunden erhalten die jeweiligen aktuellen Hoch-Zinsen – zum Beispiel sechs Monate lang. Dann folgt meist sofort das nächste Lockvogel-Angebot – aber eben nur für echtes Anleger-Frischfleisch.

Verwirrende Kundeneinstufung

Wann aber ist man ein „Neukunde“? Wie wird man wieder einer? Und: Wie lange darf man kein Klient mehr sein, um wieder als „Neukunde“ zu gelten – drei Monate, ein Jahr, nie wieder?

Die Antworten der Banken auf diese Fragen sind so unterschiedlich wie ihre Zinsen. Ein kleiner Marktüberblick:

Postbank
Sie gibt aktuell 4,5 Prozent für Tagesgeld. Allerdings nur bis einschließlich 24 999 Euro, sechs Monate lang und bei gleichzeitiger Girokontoeröffnung – natürlich nur für Neulinge. Und die Postbank nimmt dieses Wort ernst: Der Interessent darf, so die Auskunft, noch nie Kunde des Geldhauses gewesen sein.

DAB
Der Discount-Broker der HypoVereinsbank ist gleichermaßen streng: „Nur natürliche Personen, die noch nie ein Konto bei der DAB hatten“ kommen in den Genuss des „Hochzins-Sommers“ mit 6,6 Prozent. Wer aber mag es dem Stammkunden verdenken, wenn er dieses Renditepaket für Ehegatten oder Lebenspartner bestellt?

Cortal Consors
Hier gilt eine Halbjahres-Frist: 4,5 Prozent Zinsen für maximal 20 000 Euro bekommt sechs Monate lang nur, wer „in den letzten sechs Monaten kein Kunde“ war. Alle anderen Anleger müssen sich mit 3,25 Prozent begnügen. Also ein klarer Fall: Nach dem Kassieren das Konto kündigen – und erst sechs Monate später wieder neu eröffnen.

Citibank
Das Düsseldorfer Geldhaus verhängt sogar eine zwölfmonatige Bewährungsstrafe: Der sogenannte „Premium-Zins“ von 3,25 Prozent gilt zwar für zwölf Monate und bis 500 000 Euro – aber nur, wenn „keine Kundenbeziehung innerhalb der letzten zwölf Monate“ bestand. Sonst schrumpft der „Premium-Zins“ ruck, zuck auf einen kümmerlichen „Basis-Zins“ von 0,1 bis 2,0 Prozent.

SEB
Mit 4,0 Prozent verzinsen die Schweden-Banker maximal 20 000 Euro bis zum Jahresende. Voraussetzung: In den vergangenen drei Monaten dürfen sich keine „Guthaben bei der SEB befunden haben“.

1822direkt
Die Internet-Tochter der Frankfurter Sparkasse unterscheidet nicht gar so krass zwischen Alt- und Neukunden: Sie zahlt für bereits vorhandenes Geld 3,8 Prozent Zinsen – und für jeden neu hinzukommenden Euro 4,05 Prozent. Stichtag war der 1. Mai 2007. Es nützt Altkunden also nichts, jetzt noch kurzfristig Geld abzuheben und neu einzuzahlen – sie bekommen die 4,05 Prozent nur auf den Teil der Anlagesumme, der den Bestand vom 1. Mai überschreitet.

ING-Diba
Die Niederländer sind beides gleichermaßen: geizig und großzügig. Knauserig, weil sie alle Kunden immer noch 3,0 Prozent gibt (ab 15. August: 3,25 Prozent). Spendabel aber, weil dieser Zins auch wirklich für alle und alles gilt – für Alt- und Neukunden sowie unbegrenzt für alle Gelder ab einem Euro.

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