Fragt man Anleger nach dem für sie wichtigsten Kriterium bei Geldanlagen, so bekommt man meist die gleiche Antwort: Sicherheit. Dies bestätigt vor allem der große Erfolg von so genannten Garantiefonds, eine Mischung aus Aktien- und Zinsanlagen, die sich zur Zeit eines regelrechten Booms erfreuen. Der Grund: Anleger sind vor Verlusten weitgehend geschützt und erhalten eine meist 100-prozentige Rückzahlung ihres eingezahlten Kapitals.
Fonds dieser Art gibt es in zwei Varianten. Zum einen Garantiefonds mit einer festen Laufzeit, bei denen die Garantie zum Fälligkeitstag gilt und ein Verlustrisiko für Anleger beinhalten, die später zu einem höheren Kurs einsteigen. Zum anderen die geschlossenen Garantiefonds, die lediglich über einen kurzen Zeitraum erworben werden und den Anlegern die Möglichkeit geben, ihre Anteile vor dem Erreichen des festgelegten Termins zurückzugeben. Auch hier gilt die Garantie aber nur bis zum Fälligkeitstermin.
So investierten laut dem Verband BVI Anleger allein im letzten Jahr über vier Milliarden Euro in Garantiefonds, ein Unterschied von rund 2,7 Milliarden zum Vorjahr. Eine enorme Summe, bedenkt man, dass Fonds solcher Art nach Meinung vieler Experten ein äußerst zweifelhaftes und teures Investment sind.
Denn ihre Renditen sind recht mager, wie eine Studie des Finanzdienstleisters e-fundresearch von 40 Fonds mit 4-jähriger Laufzeit hervorbrachte. So erzielten diese im Jahr lediglich eine Rendite von 3,7 Prozent. Alle 153 Fonds mit einjähriger Historie gerade einmal 4,4 Prozent.
Auch eine Analyse der Zeitschrift „Finanztest“ kam zu dem gleichen Ergebnis.
Hierzu entwarfen Finanzexperten zu 43 Garantiefonds ein selbst zusammengestelltes Garantiedepot, bestehend aus Aktien und Zinsanlagen und verglichen anschließend beide miteinander.
Das Ergebnis: Lediglich in 5 von 43 Fällen war die Rendite der Garantiefonds gegenüber dem Depot der Experten höher.
Ein selbst zusammengestelltes Depot empfehle sich daher oft mehr als Standard-Garantiefonds, so die Finanzprofis. Beispielsweise die Kombination aus einem kostenlosen Banksparprodukt wie Festgeld und einem Aktienfonds. Denn ein weiterer Nachteil: Garantiefonds können eine kostspielige Angelegenheit werden. So kommen neben einem Ausgabeaufschlag von bis zu 5,25 Prozent auch laufende Kosten von bis zu 1,41 Prozent im Jahr hinzu.
Und bei einer im Durchschnitt achtjährigen Laufzeit stellt sich zudem die Frage nach deren Nutzen, so die Studie. Denn ein Vergleich des Verlustrisikos von Garantiefonds und einem reinen Aktieninvestment ergab über diesen Zeitraum keinen großen Unterschied.
Dennoch scheint ihr Erfolg auch in diesem Jahr kein Ende zu nehmen und so investierten allein im Januar und Februar diesen Jahres Anleger in Deutschland bereits wieder nahezu 500 Millionen Euro in Garantiefonds.
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