Viele Anleger täuschen sich, was ihre Rente in 30 Jahren noch wert sein wird: Weil die Altersbezüge stagnieren, frisst der Geldwertverfall die Kaufkraft auf.
Die Eiskugel beim Italiener um die Ecke ist schon wieder teurer geworden. Der Bäcker macht kleinere Brötchen zum selben Preis. Auch die Zahlen an der Zapfsäule der Tankstelle drehen sich immer schneller. Seit die Inflation in Europa wieder auf 2,5 Prozent gestiegen ist, spüren die Verbraucher, was Geldentwertung heißt. Was vor allem jüngere Bundesbürger aber deutlich unterschätzen: Wie stark die Inflation auf lange Sicht wirkt.
Die Kaufkraft von 100 Euro würde sich bei einer Inflation von 1,5 Prozent in 35 Jahren nicht wie allgemein angenommen auf 77 Euro vermindern. In Wirklichkeit geht sie auf knapp 60 Euro zurück.
Ein prekärer Irrtum, wenn es um die Kaufkraft der späteren Rente geht. Denn bereits vor Berücksichtigung der Inflation geht es mit der staatlichen Versorgung abwärts. Die Altersbezüge sind an die Entwicklung der Einkommen gekoppelt – und die stagnieren seit Jahren. Viele Beschäftigte erhalten nicht einmal die ausgehandelten Tariferhöhungen. Besserung ist kaum in Sicht. Hinzu kommt die Überalterung der Gesellschaft: Immer weniger Beitragszahler stehen immer mehr Leistungsbeziehern gegenüber. Um das System zu retten, koppeln die Politiker die Renten- von der Lohnentwicklung ab. Bislang sind der Riester- und der Nachhaltigkeitsfaktor als Bremse installiert.
Wenn aber die Alterseinkünfte auf Jahrzehnte stagnieren, frisst die jährliche Preissteigerung die Kaufkraft der Renten immer mehr auf!
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