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03.08.2007 Zuschuss von Staat und Chef

Aus Unwissenheit verschenken viele Arbeitnehmer bares Geld. Mehr als 20 Millionen Angestellte und Beamte haben deutschlandweit Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen, aber die wenigsten nutzen die Chance, damit ein kleines Vermögen aufzubauen. Die Idee hinter dem Sparen mit vermögenswirksamen Leistungen (VL) ist plausibel: Staatliche und betriebliche Zuschüsse sollen vor allem Angestellte mit geringeren Gehältern dazu anregen, zu sparen, um Vermögen zu bilden. Doch längst nicht jeder Arbeitnehmer scheint die damit verbundenen Geldgeschenke zu wollen. So besparten deutsche Angestellte Ende März nur rund 4,4 Millionen VL-Fondssparkonten, während das Bundessozialministerium Ende 2006 bereits über acht Millionen Riester-Rente-Verträge zählte.

Dabei profitieren Sparer von monatlichen Zuschüssen ihrer Arbeitgeber. Von der Branche und dem Tarifvertrag hängt die Höhe der Leistungen ab, Spitzenreiter sind die Banken und Versicherungen, die ihren Beschäftigten jeden Monat 40 Euro spendieren. Die Arbeitnehmer können zwischen verschiedenen Anlagemöglichkeiten wählen, von Banksparplänen bis hin zur betrieblichen Altersversorgung. Außerordentlich beliebt ist das Sparen mit Aktienfonds.

Attraktiv sind die Sparverträge insbesondere für Angestellte und Beamte, die nicht mehr als 17.900 Euro im Jahr verdienen - bei Ehepaaren liegt die Grenze bei 35.800 Euro. Denn sie bekommen vom Staat die Arbeitnehmer-Sparzulage. Das Bruttoeinkommen darf aber auch höher sein, wenn der Arbeitnehmer Werbungskosten geltend machen kann. Vom Staat gibt es für Fondssparer auf jährliche Einzahlungen bis 400 Euro einen Bonus von 18 Prozent, also bis zu 72 Euro. Eine weitere Bedingung für die Förderung: Die Besparung der Fonds geht über sechs Jahre und danach bleiben sie noch ein weiteres Jahr unangetastet. Nach dieser Sperrfrist kann der Sparer über die gesamte angesparte Summe frei verfügen.

Große Auswahl an VL-Fonds
Viele Fondsgesellschaften bieten Fonds aus ihrem Programm für VL-Sparer an, ausschließliche VL-Fonds gibt es aber nicht. Der Fondsverband BVI veröffentlicht auf seiner Website (www.bvi.de) eine Liste der gegenwärtig aktiv angebotenen 229 Fonds. "Diese Fonds erfüllen die Voraussetzungen, um die Zulage zu erhalten", erklärt BVI-Sprecherin Gabriele Wetzel. Nur für Fonds mit einem Aktienanteil von mindestens 60 Prozent gibt es die staatliche Förderung.

Anleger können allerdings auch andere Fonds besparen, die in der Vergangenheit eine bessere Rendite abgeworfen haben. Geeignet sind Fonds, die global oder in Europa anlegen und deren Manager schon in der Vergangenheit außerordentliche Ergebnisse erzielt haben. Sparer, die ihren Wunschfonds gefunden haben, können beim Anbieter oder freien Vermittlern nachfragen, ob es das Produkt auch als VL-Sparplan gibt.

Wegen der geringen Monatsraten sollten VL-Sparer abgesehen von den Nebenkosten der Fonds wie Ausgabeaufschlag und Verwaltungsgebühr auch auf niedrige Depotkosten achten. Ansonsten leidet die Rendite, und dann wäre das Geld von Arbeitgeber und Staat verschenkt.

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