Leistungsüberblick:
Viel wichtiger als der Preis sind die Versicherungsbedingungen, denn hier ist festgelegt, ob und wann im Ernstfall gezahlt wird. Besonders beachten sollte man, dass im Vertrag ein Verzicht auf die abstrakte Verweisung festgeschrieben wird. Damit verpflichtet sich ein Versicherer, dass er die Rentenzahlungen nicht mit der Begründung ablehnt, der Kunde könne trotz der gesundheitlichen Beschwerden noch in einem anderen Beruf arbeiten. Ein weiterer Punkt vor allem für junge Versicherte: die Nachversicherungsgarantie. Damit kann die Versicherung bei bestimmten Anlässen ohne neue Gesundheitsprüfung nach Bedarf angepasst werden, um etwa einem gestiegenen Einkommen oder einer Familiengründung Rechnung zu tragen.
Risikobewertung:
Berufsunfähigkeitsschutz gibt es nur, wenn dem Versicherer das Risiko nicht zu hoch ist. Versicherte mit Gesundheitsschäden oder Vorerkrankungen müssen Risikozuschläge zahlen, den Ausschluss von Leistungen in bestimmten Fällen in Kauf nehmen oder werden schlimmstenfalls gar nicht versichert. Das Bewertungssystem der Versicherer ist dabei ziemlich undurchsichtig. Jeder Anbieter setzt seine eigenen Kriterien an. Daher lohnt es sich, stets einige Angebote mehr einzuholen, um so umfassend und gut wie möglich versichert zu sein.
Auskunftspflicht:
Die Fragen zum Gesundheitszustand müssen vom Antragsteller wahrheitsgemäß und sorgfältig beantwortet werden, denn im Ernstfall kann der Versicherer die Zahlung verweigern. Klar und genau formulierte Fragen helfen Missverständnisse vermeiden. Pluspunkte bei der FINANZtest-Bewertung der Formulare gab’s für Angebote, die sich auf überschaubare Fakten zur Krankheitsgeschichte beschränkten und nur objektive Tatbestände zum Thema hatten.
Potenzial zum Sparen:
Zuerst einmal sollte man sich bei der Entscheidung für Berufsunfähigkeitsschutz über die eigenen Bedürfnisse klar werden. Aus der jährlichen Rentenmitteilung ergibt sich, ob und in welcher Höhe im Ernstfall eine Erwerbsminderungsrente fällig ist. Hinzu kommen eventuell noch Berufsunfähigkeitsleistungen aus der betrieblichen Altersversorgung. Sparpotenzial bietet außer einer Absenkung der Berufsunfähigkeitsrente auch eine Verkürzung der Laufzeit. Der Beitrag wird deutlich geringer, wenn der Versicherungsschutz bereits mit dem 60. Lebensjahr endet. Dennoch sollte man diesen Schritt nicht zu schnell gehen: Die Wartezeit bis zur Altersrente unter Umständen schwer zu überbrücken sein.
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