Wer seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, ist arm dran. Eine Erwerbsminderungsrente gibt es längst nicht immer, und wenn, fällt sie meist eher dürftig aus. Was bleibt, ist die Grundsicherung vom Sozialamt. Um den gewohnten Lebensstandard halbwegs halten zu können, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung dringend erforderlich.
Die Arbeitskraft ist in der Regel das wertvollste Gut, welches wir besitzen. Darum gehört die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den elementaren Absicherungen. Entsprechend gründlich sollte der Schutz ausgewählt sein. Dabei stellt sich die Frage, für wen der Schutz eigentlich notwendig ist.
Häufig sehen Menschen mit Schreibtisch-Jobs nicht die Dringlichkeit, sich gegen Berufsunfähigkeit zu versichern. Jedoch können nicht nur körperlich arbeitende Menschen durch Krankheiten daran gehindert werden, ihren Job weiter auszuüben. Auch Büroangestellte und alle anderen Berufsgruppen können psychisch krank werden, Krebs bekommen oder durch eine Krankheit gehindert werden, einen geregelten Tagesablauf zu führen.
Ein Muss für jeden
Darum ist der Schutz gegen Berufsunfähigkeit ein “Jedermann-Schutz”. Auch stellt sich die Frage, wann die Versicherung abgeschlossen werden sollte. Viele Menschen schieben die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit raus. Denn der Schutz ist teuer und in jungen Jahren, wenn zum ersten Mal Geld verdient wird, stehen andere Dinge auf der Liste der Ausgaben ganz oben. Aber wer jung ist, hat gute Chancen einen passenden Vertrag zu finden. Mit zunehmendem Alter oder bei bestimmten Erkrankungen wird es schwieriger, geeigneten Schutz zu bekommen.
Und Berufsunfähigkeit ist keine Frage des Alters. Auch mit Ende 20 kann man berufsunfähig werden und hat dann gar keinen Schutz. Früheinsteiger starten mit günstigen Tarifen, die nur langsam ansteigen. Spätstarter hingegen müssen für den vergleichbaren Zeitraum deutlich mehr zahlen.
Pflicht zur Wahrheit
Wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, müssen bestimmte Vorerkrankungen und Gesundheitsbeeinträchtigungen angeben werden. Die falsche Angabe von Vorerkrankungen oder das Verschweigen gesundheitlicher Probleme ist einer der häufigsten Gründe für Streitigkeiten zwischen Versicherung und Versichertem. Das neue Versicherungsvertragsgesetz sieht vor, dass Versicherungen genauer nach Vorerkrankungen fragen müssen.
Jedoch sollte das niemanden dazu verleiten, beim Antrag Vorerkrankungen zu beschönigen oder unter den Teppich zu kehren. Im Ernstfall kann das zu einer Katastrophe führen, nämlich dann wenn die Versicherung nicht zahlt. Alle Vorerkrankungen sollten selbst zusammentragen und der Haus- oder Facharzt um Auskunft gebeten werden. Das Motto lautet hier, besser hundertprozentig geschützt mit zehn Prozent Aufschlag als gar kein Schutz zum regulären Preis.
Potenzial zum Sparen
Den Auftakt bei der Suche nach Berufsunfähigkeitsschutz macht die Bestandsaufnahme: Aus der jährlichen Rentenmitteilung lässt sich ermitteln, ob und in welcher Höhe im Ernstfall eine Erwerbsminderungsrente fällig ist. Hinzu kommen häufig noch Berufsunfähigkeitsleistungen aus der betrieblichen Altersversorgung. Ferner zu berücksichtigen: Bei Aufgabe der Berufstätigkeit fallen oft beträchtliche Kosten weg, so dass die Lebenshaltungskosten sinken und sich der Lebensstandard mit weniger Geld als bisher sichern lässt.
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