Die Deutschen stehen eigentlich nicht in dem Ruf, risikoliebend zu sein. Dennoch verzichten Millionen Deutsche auf einen Berufsunfähigkeitsschutz oder haben leistungsschwache Verträge, mit denen sie im Ernstfall leer ausgehen. Eine Berufsunfähigkeitspolice kann Ihnen helfen, Ihren Lebensstandard zu halten. Wir zeigen Ihnen, was Sie beim Abschluss beachten sollten und wie sich bei den Beiträgen sparen lässt.
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Knapp 35 Millionen Bürger sind in einem abhängigen Arbeitsverhältnis tätig. Trotzdem haben nur rund 17 Millionen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. "Dieser Schutz ist aber absolute Pflicht", so Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Wer keinen Vertrag hat, riskiert bei Invalidität seine Existenz."
Rund 1,5 Millionen erhalten aktuell eine staatliche Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Jedoch reicht die staatliche Unterstützung nicht, um den Lebensstandard zu halten. Im Schnitt bekommen Männer 760 Euro pro Monat, Frauen nicht mal 650 Euro. Wer also gesundheitsbedingt seinen Beruf nicht mehr ausüben kann und eine private Insolvenz vermeiden möchte, sollte privat vorsorgen. Je früher, desto besser. "Idealerweise schließen Angestellte die Police schon zu Beginn der Ausbildung ab", erklärt Thorsten Rudnik, Vorstand beim Bund der Versicherten. Denn zu diesem Zeitpunkt sind die Beiträge noch günstig. Noch wichtiger ist, dass junge Kunden meist gesund sind und daher keine Ablehnung wegen Vorerkrankungen riskieren.
Ältere Kunden, die keine schwerwiegenden Erkrankungen haben, können noch bis Mitte vierzig mit bezahlbaren Beiträgen rechnen. Vor dem Abschluss sollte die Höhe der zu versichernden Rente festgestellt werden. Als Faustregel gilt, dass eine Rente in Höhe von einem Drittel des aktuellen Monatseinkommens für Sozialversicherte als Minimallösung ausreicht. Bei der Höhe sollte aber auch an die Rente danach gedacht werden. Die Berufsunfähigkeitsrente sollte so hoch bemessen werden, dass auch im Fall einer Invalidität etwas Geld fürs Alter zurückgelegt werden kann.
Danach geht es an die Auswahl des passenden Tarifs. Dabei kommt es vor allem auf einen Vergleich der Versicherungsbedingungen an. Denn in diesen stecken teilweise gefährliche Lücken. Manche Gesellschaften zahlen nur, wenn der Versicherte in keinem anderen Beruf mehr arbeiten kann. Weitere Ausschlüsse gibt es etwa bei einer verspäteten Meldung der Berufsunfähigkeit oder wenn der Versicherte im Ausland wohnt.
Aber auch der Kunde hat Pflichten. Das gilt insbesondere bei den Antragsfragen. Wer eine Vorerkrankung vergisst, riskiert seinen Versicherungsschutz.
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