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Total aus dem Häuschen

Durch niedrige Hypothekenzinsen wächst der Marktanteil von Banken und Sparkassen bei der Immobilienfinanzierung – zu Lasten der Bausparkassen. Jetzt steuern die mit optimierten Tarifen gegen.

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Die zum Teil historisch niedrigen Hypothekenzinsen der vergangenen Zeit erschwerten den Bausparkassen das Geschäft und stärkten die Marktposition von Banken und Sparkassen bei der Immobilienfinanzierung.

Außerdem erhielten Bau- und Kaufwillige, traditionell vorwiegend junge Familien mit Kindern, in den vergangenen Monaten einen deutlichen Dämpfer, da die Folgen der amerikanischen Immobilien- und Kreditkrise für mehr Verdruss und Verunsicherung als Optimismus sorgten.

Trotz allem ist Bausparen in Deutschland eine feste Größe bei der Finanzierung von Wohneigentum. Die Kassen haben seit Bestehen der Bundesrepublik ihren Kunden mehr als 1 Billion Euro zur Verfügung gestellt. Allein die privaten Bausparkassen haben daran einen historischen Anteil von 68,5 Prozent. Aufs Jahr 2006 gesehen lag die private Quote zuletzt sogar bei 73,4 Prozent.

Pluspunkt: Staatliche Förderung, Arbeitnehmersparzulage, Wohnungsbauprämie
Die Bausparkassen überzeugen mit einigen Pluspunkten. Zweifelsohne zählen die staatliche Förderung, Arbeitnehmersparzulage und/oder Wohnungsbauprämie, die die Rendite spürbar nach oben hieven und Bausparen vor allem für Durchschnittsverdiener attraktiv macht, dazu.

Zinsanstieg mit Bausparen kein Problem
Für den in jüngster Zeit schwindenden Marktanteil sind die Bausparkassen nur bedingt selbst verantwortlich. Viel mehr tragen die internationalen Kapitalmärkte mit ihren noch vor rund eineinhalb Jahren drastisch sinkenden Anleihenrenditen daran Schuld. Infolgedessen rutschte auch der Baugeldpreis auf historisch niedrige Tiefwerte. So gab es bei Sparkassen, Genossenschafts- und Hypothekenbanken vorübergehend Immobiliendarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung für weniger als 4 Prozent effektiv. Warum also bausparen, wenn dort spätere Darlehen teils mehr als 5 Prozent kosten sollten?

Das Geld-mal-Zeit-Prinzip
Von Anfang an funktioniert Bausparen nach dem gleichen Muster, dem Geld-mal-Zeit-Prinzip. Der Sparer legt eine Weile Monat für Monat einen bestimmten Betrag zurück, bis er das Mindestsparguthaben seines Vertrags – im Normalfall 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme – erreicht hat.

Wird der Bausparvertrag zuteilungsreif, bekommt der Anleger die Differenz zwischen Bausparsumme und Mindestsparguthaben als Bauspardarlehen. Immer dann, wenn die Hypothekenzinsen sowieso sehr niedrig sind, lohnt es sich nicht den späteren Bausparkredit tatsächlich anzunehmen.

Alternativ kann das Bausparen als zinsstarkes und solides Investment gesehen werden. Alle Kassen bieten längst Renditetarife – und diese mit zunehmender Akzeptanz. Sie zielen häufig auf Bausparkunden, die ihre Verträge nur zur Nutzung der staatlichen Förderung abschließen. Der spätere Verzicht auf ein mehr oder weniger zinsgünstiges Darlehen wird durch hohe Erträge versüßt.

Mittlerweile kosten Annuitätendarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung bei Banken und Sparkassen wieder gut 5 Prozent effektiv. Und damit rund einen Prozentpunkt mehr als zu vorherigen Dumpingzins-Zeiten. Dies macht Bausparen tendenziell attraktiver.

Flexibilität und steuerliche Optimierung
Mit neuen Tarifen schaffen die Bausparkassen wieder zusätzliche Anreize. Im Mittelpunkt stehen Flexibilität und steuerliche Optimierung. Die Quelle Bausparkasse etwa bietet in ihrem neuen Tarif „Q18“ einen gestaffelten Habenzins und sich ändernden Darlehenspreis, jeweils abhängig von der Länge der Spardauer.

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„Der Bausparer muss sich nicht gleich bei Vertragsabschluss festlegen und hat deshalb viel Spielraum“, erklärt Jürgen Reiche Quelle Bausparkasse Marketingvorstand. Andere Bausparkassen haben Tarife mit so geringen Habenzinsen, dass ihre Kundschaft ab dem nächsten Jahr den steuerfreien Sparerpauschbetrag schonen und so der 25-prozentigen Abgeltungssteuer entgehen kann.

Doch egal, wie groß die Tarifvielfalt auch ist, Bausparer sollten nicht auf einen Vertrag verzichten, nur weil derzeit die Hypothekenzinsen günstig sind. Das kann sich schnell ändern. Vielleicht sind in fünf oder zehn Jahren bei Zuteilung eines Vertrags Baudarlehen bei Banken und Sparkassen viel teuerer als heute.

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